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Wie Sie Ihr Publikum mit Geschichten entzücken

Wie Sie Ihr Publikum mit Geschichten entzücken

In letzter Zeit gibt es unter Marketern wieder einmal ein zunehmendes Interesse an der Kunst des Geschichtenerzählens.

© Natalia Lukiyanova – iStockPhoto.com

Wie Sie Ihr Publikum mit Geschichten entzücken

Die Meister und die “kleinen” ebenso erzählen bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit davon, dass Geschichtenerzählen die wirkungsvollste Methode auf der ganzen Welt ist, um Menschen zu beeinflussen.

Uns wird ständig erzählt, dass Geschichten die Macht haben, die Welt dem geschickten Geschichtenerzähler zu Füßen zu legen und dass das für das Verkaufen, das Predigen, Werbung, Unterhaltung, Marketing und Blogging gilt.

Das stimmt.

Der Schreiber schmeißt den ganzen Laden.

Aber was ist eine gut erzählte Geschichte? Woher wissen wir, dass wir es richtig machen?

Die Büchereien sind voller Bücher darüber, wie man eine gute Geschichte schreibt. Sie können von Aristoteles angefangen alles darüber nachlesen. Aber für den Moment sehen wir uns einfach mal ein einfaches Beispiel an.

David Mamet, der größte lebende Drehbuchautor der Welt hat mehr über dieses Thema vergessen, als 10 Internet Marketing Gurus jemals darüber wissen werden.

Gehen wir bei Mamet in die Lehre …

Information ist … Information

„Das Publikum wird nicht einschalten, um Informationen anzusehen. Sie würden das nicht tun, ich würde das nicht tun. Niemand hat das je getan und niemand wird das je tun. Das Publikum wird nur einschalten und dranbleiben, um ein Drama zu sehen.“ David Mamet

50.000 Menschen warten. Unzählige werden in den nächsten Stunden und Tagen zuschauen.

Er kommt pünktlich um 10 Uhr in verwaschenen Jeans und Laufschuhen auf die Bühne. In seiner rechten Hand hat er eine einfache kleine Fernbedienung, mit der er die Bilder hinter sich weiterschalten kann, während er spricht.

Zwei Stunden lang lacht das Publikum, brüllt und klatscht, während der bescheidene Jedermann auf der Bühne ihnen ganz genau das zeigt, was sie haben wollen. Und dann gibt er es ihnen, im höchsten Maße.

Steve Jobs betreibt eines der größten Theater der Welt.

Was ist Drama?

„Ein Drama ist die Aufgabe des Helden, bestimmte Dinge zu überwinden, die ihn davon abhalten, ein spezifisches, dringendes Ziel zu erreichen.“ David Mamet

Er kam als kleines Kind in ein fremdes Land und hatte nichts, als seine Familie. Er wuchs in ärmlichsten Verhältnissen auf, fand aber früh heraus, dass er an harter Arbeit und der Überzeugung anderer Gefallen findet.

Er würde es in seiner neuen Welt schaffen. Egal wie.

Mit einer Handvoll Wechselgeld begann er herauszufinden, welche besonders gefragten Produkte er an seine Kumpels in der Nachbarschaft verkaufen könnte. Das Kind aus Weißrussland war auf dem Weg …

Eine Kette mit Limonaden-Verkaufsständen.

Ein Imperium mit Baseball-Karten.

Er verdiente in einer Woche mehr als 1.000 Dollar, bevor er Teenager wurde.

Dann war plötzlich Schluss. Sein Vater verlangte von ihm, dass er jeden Tag im Schnapsladen der Familie antrat, um dort die niedrigsten Tätigkeiten auszuführen, die man sich vorstellen konnte. Tag für Tag, Woche für Woche ackerte er dort für einen Bruchteil dessen, was er aus eigenem Antrieb verdient hatte.

Ein paar Jahre später blätterte er durch ein Wein-Magazin und stellte eine Verbindung zwischen den Typen her, die seine Baseball-Karten gekauft hatten und den Kunden seines Vaters, die Weine sammelten.

Vom Verpacken im Keller bis zum Verkauf im Laden schaffte er es, das Familiengeschäft von 4 Millionen pro Jahr auf 60 Millionen zu bringen – in weniger als 10 Jahren.

Gary Vaynerchuk hatte gerade erst angefangen.

Wen interessieren Dramen? Ich betreibe ein Geschäft

„Wenn die Szene Sie langweilt, während Sie sie lesen, dann wird sie mit Sicherheit auch die Schauspieler langweilen und dann das Publikum und wir können alle zum Arbeitsamt gehen.“ David Mamet

Lesen Sie bitte das erste Zitat von Mamet noch einmal. Das darüber, wann die Leute einschalten, um zuzusehen (oder zu lesen oder zuzuhören).

Das Informationszeitalter nähert sich seinem Ende. Es zerbröselt an der uralten Grundfeste der verzweifelten menschlichen Suche nach einer bedeutungsvollen Geschichte, der ungeschminkten Wahrheit und unwiderstehlichen Dramen, die dem Leben einen Spiegel vorhalten.

Information ist gleichzeitig zu viel und zu wenig.

Information ist nicht in der Lage, die Herzen und Köpfe derer zu erreichen, die Ihre Idee, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung nutzen könnten.

Geschichten sind viral, besonders, unvergesslich. Und wenn Sie gut gemacht sind, dann enthalten sie mehr Wahrheit, als reine Fakten.

Sie, ich oder Mamet – wir alle haben zu essen oder verhungern in direktem Verhältnis dazu, wie gut die Geschichte ist, die wir erzählen.

Jeder Marketer ein Drehbuchautor.

Jeder Interessent ein Publikum.

Jeder Retweet eine Eintrittskarte zu Ihrer Show.

Da links geht es auf die Bühne …

Jürgen Schnick

Internet Marketing für schlaue Leute

Internet Marketing für schlaue Leute

{ 3 Kommentare… add one }

  • Mario Burgard 28. April 2011, 08:56

    Hallo Jürgen,

    vielen Dank.
    Auch wenn Herr Beck das sicher nicht so gern hört, halte ich ihn für einen – wenn nicht DER – besten Verkaufstexter aus Deutschland.
    Das Problem ist immer, das behauptet wird, es gäbe in Deutschland lange nicht so gute Texter wie in den Staaten.
    Und genau das sehe ich absolut anders. Es gibt eine Hand voll, die es – meiner Meingung nach – ohne weiteres mit den Amis aufnehmen können.

    Dazu gehört für mich auf jeden Fall Peter Beck und Andre Dietrich. Stroyteller vom Feinsten.

    Ich sauge deren Texte auf und alle beginnen mit einer wuchtigen zugkräftigen Geschichte, die selbstverstsändlich perfekt zum Thema passt.

    Absolut gut:-)!

    Gruß
    Mario

  • Juergen 27. April 2011, 18:07

    Hallo Mario,

    vielen Dank für deinen tollen Kommentar. Ich habe mir gerade mal den Blog von Peter Jürgen Beck angesehen: http://peterjuergenbeck.wordpress.com/ (Danke für den Tipp übrigens). Wirklich cool. Da werde ich wohl Stammgast werden, den Feed habe ich mir sofort abonniert.

    Du siehst, auch ich kann immer noch etwas Neues lernen ;-)

    Jürgen Schnick

  • Mario Burgard 27. April 2011, 12:33

    Hallo Jürgen,

    Steve Jobs ist wohl ein Gigant wenn es um Geschichten geht. Wer kennt nicht den grandiosen bis perfekten Werbetrailer “1984”? ER ist Apple und ER ist der Erfolg von Apple, soviel steht fest.

    Da ich Computernarr der ersten Stunde bin – bezogen auf Heimcomputer natürlich – kenne ich auch die Geschichte von Macintosh und allem was daraus werden sollte im besonderen. Vor allem, da ich schon erste Computerkurse in meiner Schulzeit hatte und die alle auch auf einem Macintosch waren. Damals war der Apfel noch kunterbunt in den bekannten 8-Bit-Farben.

    David Mamet war mir auch bekannt, aber eher dunkel muss ich zugeben, was sich jetzt geändert hat. Allerdings kenne ich ihn dann doch unter anderem aus dem Streifen Glengarry Glen Ross, den sich so ziemlich jeder Vertriebler mal anschauen sollte;-)
    Extrem gute Geschichte mit einem hervorragenden Alec Baldwin der die AIDA-Taktik prahlt!

    Lesen war und gehört immernoch zu meinen liebsten Hobbys.
    Eine zeitlang als junger Teenager, habe ich dermaßen intensiv geträumt, dass ich diese angefangen habe aufzuschreiben. In dieser Zeit fiel mir auch ein Traumdeutungsbuch von Peter Walden zu. Seit dem ist mir die Macht der Bilder klar und warum das so ist.

    Wer will schon nur von Vorteilen hören? Oder Nutzen? Na klar. Nutzenargumentation ist wichtig. Aber erst ein starkes Bild verankert sich mit dem Nutzen auch zu einem starken Bedürfnis.

    Ein deutscher Verkaufstexter der – wie ich finde – das besonders beherrscht ist Peter Jürgen Beck. Auf seinem Wordpress-Blog kann man sich sein TOP5 Texte kostenlos laden. Sein Texte sind Kunst!

    Da kann ich nur lernen, wie auch hier in deinem Blog. Dein Texte kommen mir immer vor wie ein Trichter. Hat etwas von einem Sog:-)

    MfG

    Mario

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