So verändern Sie die Welt mit Worten

So verändern Sie die Welt mit Worten

Wie cool ist das denn? Sie sitzen da, schreiben etwas auf, veröffentlichen es und es verändert die Welt.

Tausende von Menschen stehen sich gegenseitig im Weg, um das Produkt zu kaufen, über das Sie geschrieben haben.

© mammamaart – iStockPhoto.com

Wollen Sie mit Ihrem Blog die Welt verändern?

Sie sind der Meinung, so etwas gibt es nicht? Nun, das passiert viel öfter, als Sie denken.

Es gibt ein paar Dutzend Werbetexter hier bei uns, die nichts anderes machen.

Lassen Sie uns mal ein paar der Grundprinzipien ansehen, mit denen diese Leute arbeiten und Ihnen wird klar werden, dass man diese genauso gut auf das Blogging anwenden kann, wie auf das Texten für Werbeanzeigen.

Die Super-Idee

Wenn Sie mit professionellen Textern zusammen sind, wird Ihnen sehr schnell auffallen, dass diese ständig auf der Suche nach Ideen sind. Sie sind pausenlos am Lesen, Zuhören und immer auf der Suche nach dem nächsten Aha-Erlebnis.

Sie wissen ganz genau, dass, wenn sie es erst einmal gefunden haben, es ihnen keine Probleme machen wird, es richtig „zu verpacken“. Sie machen innerhalb weniger Minuten einen Slogan, eine Headline oder einen Domainnamen daraus.

Amateure machen es genau anders herum. Sie machen sich furchtbar viele Gedanken über Ihre Domainnamen und Headlines und bringen trotzdem keine wirklich guten Ideen dafür zustande.

Die Wahrheit ist, dass das alles nur Einwickelpapier ist. Was wirklich zählt, ist das Geschenk in der Verpackung.

Konzentrieren Sie sich darauf, gute Ideen zu finden, dann kommt der Rest ganz von selbst.

Auf der Suche nach Inspiration

Aber wo finden Sie denn nun die Super-Ideen für Ihre Texte?

Wahrscheinlich schauen Sie sich in Ihrer Nische um und denken: „Alles, was wichtig ist, ist doch schon mal gesagt worden. Was gibt es denn da noch?“

Nun, da gibt es nichts mehr, aber genau das ist der Punkt. Tolle Ideen liegen nicht in der Gegend herum und warten darauf, dass Sie sie finden. Sie müssen nach ihnen suchen.

Sie müssen Bücher lesen. Sie müssen den Leuten zuhören. Ja, Sie können sogar beim Fernsehen Inspirationen bekommen.

Das Geheimnis besteht darin, dass Sie Ihre Arbeit machen müssen. Der Boden kann voller verborgener Schätze sein, aber Sie müssen bereit sein, sich eine Schaufel zu schnappen und zu graben.

Na klar ist das nicht einfach, aber wenn Sie wirklich wollen, werden Ihnen niemals die guten Ideen ausgehen. In Wirklichkeit gibt es einen ganzen Ozean voller Ideen, der nur darauf wartet, dass Sie hinein springen.

Nichts tun

Wenn Sie schreiben, gehört es zu Ihrem Job, in der Sonne zu liegen und ein Buch zu lesen.

Natürlich ist das entspannend. Klar macht Ihnen das Spaß. Möglicherweise fühlen Sie sich dabei ein klein wenig schuldig.

Aber was passiert, wenn Sie das lassen? Ich sage es Ihnen: Ihre Kreativität wird nachlassen, Ihre Arbeit wird schlechter und es wird Ihnen immer weniger Freude machen.

Also hören Sie auf, sich deswegen zu schämen.

Ich persönlich verbringe jeden Tag 1 – 2 Stunden damit, fern zu sehen, Bücher zu lesen und mit Leuten zu reden.

Außerdem starre ich durchschnittlich 1 Stunde pro Tag in den Himmel, nur um besser nachdenken zu können.

Wenn mich irgendjemand fragt, was ich da mache, sage ich, ich arbeite. Denn genau das tue ich.

Gesunde Angst

Manchmal ist es etwas schwierig, Ihr Gehirn davon zu überzeugen, aber Angst ist eine gute Sache.

Wenn Sie sich fürchten, bedeutet das, dass Sie an etwas wichtigem arbeiten. Wenn Sie sich fürchten, dann bedeutet das, dass Sie sich anstrengen und neue Dinge lernen. Wenn Sie sich fürchten, bedeutet das, dass Sie einen Grund haben, aktiv zu werden.

Wie viele Geschichten haben Sie schon gehört, in denen es um Unternehmer ging, die völlig am Ende waren und trotzdem ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen mussten, wenn sie nicht verhungern wollten? Das ist kein zufälliges Zusammentreffen.

Wenn Sie nicht eine Pistole an Ihrem Kopf spüren, dann bekommen Sie wahrscheinlich nicht allzu viel auf die Reihe. Also halten Sie sich eine Pistole an den Kopf. Vorsätzlich.

Nehmen Sie sich vor, für jeden Tag, an dem Sie nicht mindestens 1.000 Worte schreiben, einen Betrag von 50 Euro an eine politische Partei zu spenden, die Sie völlig ablehnen. Wenn es Ihnen nicht gelingt, die Zeit für Ihr Online-Business zu finden, verwandeln Sie Ihre Resignation in Arbeit. Wenn Sie zum Beispiel morgens nicht aus dem Bett kommen, setzen Sie Meetings für 8.00 Uhr an, dann müssen Sie aufstehen.

Na klar tut das weh. Na klar ist das gefährlich. Na klar ist das irre.

Aber genau das macht es so wirkungsvoll.

Der rote Teppich

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wen Sie sich als Leser für Ihren Blog wünschen?

Und was vielleicht noch wichtiger ist, haben Sie schon darüber nachgedacht, wen Sie nicht als Leser haben wollen?

Wahrscheinlich ist Ihnen klar, dass Sie es nicht jedem Recht machen können, also versuchen Sie das gar nicht erst. Das wird Sie einen großen Schritt weiter bringen.

Schlaue Marketer ignorieren „schlechte“ Interessenten nicht, sie schließen diese aus.

Sie veröffentlichen ganz  bewusst Posts, die darauf ausgelegt sind, diese Leser zu verärgern. Sie ignorieren die Emails solcher Leute. Sie beantworten deren Kommentare so scharf und unfreundlich wie möglich.

Bis zu einem gewissen Grad geht es darum, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Leute lenken, denen Sie wirklich helfen können. Aber es geht auch immer darum, Ihr Publikum zu formen. Niemand will Mitglied einer Gruppe sein, der jeder beitreten kann.

Indem Sie die falschen Leute ausschließen, sorgen Sie dafür, dass sich die „richtigen“ Leute viel wohler fühlen. Nein, das ist nicht besonders nett, aber so funktioniert menschliche Gemeinschaft.

Ein Produkt dass die Leute kaufen wollen

Kurze Quizfrage. Was ist besser:

A)     Einen Blog zu einem Thema machen, das Sie interessiert und dann die Welt davon überzeugen, dass sie ihn lesen soll?

B)      Einen Blog zu einem Thema machen, das die Welt interessiert und dann sich selber davon überzeugen, darüber zu schreiben?

Wenn Sie sich für B entschieden haben, kann ich Ihnen gratulieren, das ist richtig.

Ohne sich dessen jemals wirklich bewusst zu werden, wählen die meisten Menschen A. Sie setzen einen Blog zu einem Thema auf, über das sie gerne schreiben möchten und dann setzen Sie jeden psychologischen Trick ein, den sie finden können, um die Leute dazu zu bekommen, das zu lesen, was sie schreiben.

Und manchmal funktioniert das sogar. Wenn Sie als Marketer gut genug sind, können Sie jeden Blog oder jedes Produkt auf Touren bringen, egal wie schlecht es ist.

Aber warum machen wir uns diesen Stress?

Leute kaufen Zigaretten nicht wegen des Marketings dafür, sondern weil sie abhängig sind.

Zigarettenhersteller sind verpflichtet, Millionen von Euro in Werbekampagnen zu investieren, die die Leute dazu bringen sollen, das Rauchen aufzugeben und trotzdem verdienen sie immer noch Milliarden.

Auf der einen Seite ist das schrecklich, aber auf der anderen Seite ist das schlaues Business. Die besten Produkte sind die, bei denen die Leute nicht aufhören können, sie zu kaufen.

Können Sie das auch von Ihrem Blog behaupten? Ist Ihr Content so, dass die Leute nicht aufhören können zu lesen?

Beziehungen

Mich macht es krank, wenn ich sehe, dass Marketer die sozialen Medien als nichts weiter, als eine kostenlose Trafficquelle ansehen.

Na klar funktioniert das – für eine Weile. Na klar ist das profitabel – für eine Weile. Na klar merkt niemand, dass Sie ein kompletter Arsch sind – für eine Weile.

Aber irgendwann fällt es auf. Immer.

Und zwar aus diesem Grund: diese Besucherzahlen in Ihrem Google Analytics-Account sind nicht nur Zahlen. Das sind lebendige Menschen.

Sie müssen sie wertschätzen. Sie müssen sie gut behandeln. Und – Oh Schreck – Sie müssen sich selber vielleicht sogar dazu bringen, sie zu mögen.

Denn wenn Ihnen das nicht gelingt, werden die Ihnen irgendwann den Rücken kehren und gehen.

Wenn Sie sich das nächste Mal hinsetzen, um einen Blog-Post zu schreiben, dann stellen Sie sich ein großes Stadion voller Leute vor. Sie selber stehen in der Mitte all dieser Menschen. Fühlen Sie die Angst in Ihrem Magen, kurz bevor Sie anfangen, das vorzutragen, was Sie vortragen wollen?

Und dann fragen Sie sich selber: was haben Sie zu sagen, dass es wert ist, die Aufmerksamkeit von 100.000 Leute zu bekommen?

Was auch immer das ist, darüber müssen Sie schreiben. Über nichts anderes.

Freude und Glück

Wenn Sie ein wirklich großes Publikum wollen, dann konzentrieren Sie sich auf Eines: machen Sie Ihre Leser glücklich.

Na klar schreiben Sie richtig guten Content, das ist ein wichtiger Teil davon. Aber der zweite wichtige Teil ist die Beziehung zu Ihren Lesern.

Sie können sogar so weit gehen, zu sagen, dass der Verkauf von Produkten, die das Leben Ihrer Kunden verbessern, ein legitimer Weg ist, Glück und Freude zu liefern.

Aber passen Sie auf, dass Sie das nicht aus den Augen verlieren. Sie sind immer in Gefahr, sich in der Technologie zu verlieren, oder etwas zu schreiben, das IHNEN gefällt.

Auch das ist wichtig, aber es hilft nicht, die Leute in jubelnde Fans zu verwandeln, die den Rest ihres Lebens über Ihren Blog sprechen. UM das zu erreichen, müssen Sie Posts schreiben, die die Leute berühren.

Geben Sie ihnen einen Grund zu lachen. Geben Sie ihnen Gründe zu jubeln. Geben Sie ihnen Gründe, weiter zu kämpfen, auch wenn schon alles verloren scheint.

Wenn Sie das tun, dann bauchen Sie nie nach Lesern suchen. Die werden nach Ihnen suchen. Dann werden Sie eines Morgens Ihren Computer hochfahren und feststellen, dass bereits Tausende auf Sie warten, um zu zuhören, zu lernen, um aktiv zu werden.

Und dann wird Ihnen klar sein: Sie sind dann kein Texter mehr. Wort für Wort, Satz für Satz, Absatz für Absatz verändern Sie die Welt.

Ich finde das verdammt cool.

Jürgen Schnick

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