Verstehen Sie den Traffic auf Ihrer Website?

Verstehen Sie den Traffic auf Ihrer Website?

Wenn die Leute auf Ihren Blog kommen, dann kommen sie von irgendwo aus dem großen weiten World Wide Web. Sie können Sie über eine Suchmaschine gefunden haben, sie kannten Ihre Website vielleicht schon von früheren Besuchen oder sie kommen von irgendeinem der Millionen anderen Orte im Web.

© Eric Jamison – iStockPhoto.com

Verstehen Sie den Traffic in Ihrem Blog?

Aber alle diese verschiedenen Typen von Besuchern haben eine bestimmte innere Einstellung, wenn sie Ihre Site besuchen. Fast immer haben sie einen unterschiedlichen Grund, auf Ihren Blog zu kommen. In diesem Post möchte ich mit Ihnen diese Gründe aus einer psychologischen Perspektive betrachten, damit Sie verstehen, zu welchen Aktivitäten die Leute grundsätzlich tendieren, wenn sie aus einer bestimmten Trafficquelle auf Ihre Site kommen.

Suchmaschinen-Traffic

Wenn die Leute eine Site über eine Suchmaschine finden, dann suchen sie grundsätzlich nach Antworten auf eine ganz spezifische Frage oder nach Informationen zu einem ganz bestimmten Thema.

Beachten Sie dabei die Natur von Suchmaschinen: Sie tippen ein, was Sie wollen und hoffentlich erscheint die richtige Antwort. Das bedeutet, dass Besucher, die über Suchmaschinen kommen, wahrscheinlich Besucher sind, die bleiben wollen und Ihren Content lesen wollen, um die Antworten zu finden, nach denen sie suchen.

Wenn sie diese Antworten nicht in Ihrem Content finden, dann finden sie vielleicht die Antwort in einer der Werbelinks auf Ihrer Site. Das bedeutet, dass Sie grundsätzlich höhere Klickraten bei Besuchern von Suchmaschinen haben werden.

Eine vor kurzem veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass die Leute in den vergangenen Jahren gelernt haben, den Ergebnissen der Suchmaschinen zu vertrauen, und das kann eine Art Domino-Effekt für Ihre Site bedeuten. Wenn Sie in den Suchergebnissen für einen bestimmten Suchbegriff ganz oben stehen, kann das die Aufmerksamkeit für Ihre Marke deutlich erhöhen.

Die Studie zeigte auch deutlich, dass wenn Sie für einen bestimmten Suchbegriff die Nummer Eins sind, die Mehrzahl der Leute Sie als Autorität in Ihrer Nische betrachten. Das wiederum kann die Art beeinflussen, wie die Leute reagieren, wenn sie auf Ihre Website kommen. Wenn Sie als jemand empfunden werden, der einen guten Namen hat, bevor die neuen Besucher auf Ihre Site kommen, dann haben Sie bereits ein klein wenig Vertrauen bei ihnen verankert – und das kann sie dazu ermuntern, Dinge zu tun, wie sich in Ihre Email-Liste eintragen.

Direkter Traffic

Direkter Traffic ist Traffic, der dadurch entsteht, dass die Leute die Adresse Ihrer Website direkt in das Adressfeld ihres Browsers eintippen. Das ist eine sehr gute Form von Traffic, denn wenn die Leute die Adresse Ihrer Website bereits kennen, dann bedeutet das, dass diese erinnerungswürdig genug war, um sie sich zu merken.

Da diese Art des Traffic fast ausschließlich aus Besuchern besteht, die schon einmal bei Ihnen waren, wissen Sie, dass diese Besucher auf Ihre Website kommen, um herauszufinden, was Ihr neuester Content ist. Das wiederum bedeutet, dass die Bereitschaft, Ihre Werbelinks anzuklicken bei dieser Art von Traffic gering ist, weil bei diesen Besuchern schon eine gewisse Blindheit für Werbung vorhanden ist.

Wozu diese Besucher aber gerne bereit sind, wenn sie es nicht schon tun, ist sich in Ihrem Blog mehr zu engagieren, indem sie sich Ihren diversen Social Media Gruppen anschließen und Ihren Newsletter abonnieren. Besucher, die über direkten Traffic in Ihren Blog kommen sind auch am ehesten bereit, Kommentare zu Ihren Posts abzugeben, weil sie ihren Lieblings-Blog gerne mit ihrer eigenen Persönlichkeit ein wenig mit gestalten möchten.

Social Media Traffic

Die Psychologie rund um diese ganze Social Media Revolution scheint immer wieder auf den Wunsch der User zurückzufallen, bemerkt zu werden und einen eigenen persönlichen Online-Platz zu haben. Es gibt diverse Diskussionen darüber, wonach die Leute suchen, wenn sie in den sozialen Medien suchen.

Die Kernaussage aller Diskussionen darüber ist es, dass die Leute, die die sozialen Medien benutzen, entweder Kontakte mit Freunden haben wollen, oder unterhalten werden wollen. Das führt üblicherweise zu wesentlich höheren Absprungraten bei dieser Sorte Besuchern, denn wenn die Ihren Blog sehen, dann haben sie Ihre schnelle Unterhaltungsdosis bekommen und sind sofort bereit, weiterzuziehen.

Das ist vor allem auf sozialen Plattformen wie StumbleUpon der Fall, wo die User geradezu dazu aufgefordert werden, schnell von einer Site zur nächsten zu springen.

Wofür Social Media Traffic allerdings sehr gut geeignet ist, ist Ihren Content viral zu verbreiten. Wegen der Tendenz der Leute sehr schnell von einer Site zur nächsten zu browsen, ist jemand, der etwas für ihn wirklich interessantes findet, auch schnell bereit, das mit anderen zu teilen. Wenn Sie es schaffen, dass die Leute über Ihren Content sprechen oder über Ihr Produkt, Ihre Bilder oder was auch immer, dann werden die das für Sie weiter verbreiten, weil es für sie unterhaltsam war oder irgendwie nützlich.

Traffic aus Weiterempfehlungen

ES gibt einige Ähnlichkeiten zwischen Traffic aus Weiterempfehlungen und Social Media Traffic, ich möchte die aber trotzdem trennen, weil ich glaube, dass ein Unterschied besteht, ob von einem Freund über etwas gesprochen wird oder von einem professionellen Webentwickler.

Wenn Ihnen ein Freund etwas erzählt, werden Sie grundsätzlich eher bereit sein, sich das mal anzusehen, weil Sie wissen wollen, welche Informationen Ihnen das bringen kann oder welchen Spaß Sie damit haben können, vor allem deswegen, weil Sie dem Hinweis Ihres Freundes vertrauen.

Wenn ein Webentwickler, dem Sie vertrauen, Ihnen etwas erzählt, betrachten Sie das praktisch auf dieselbe Art, nur mit dem Unterschied, dass der Ratschlag dieses Mal von einem Profi kommt, dem Sie vertrauen. Das ist ein wenig wie der Unterschied, ob Ihnen ein Arzt etwas über eine Krankheit erzählt, oder ein Freund, der in einem Buch über diese Krankheit gelesen hat. Sie vertrauen beiden, aber wahrscheinlich werden Sie sich eher der Empfehlung des Arztes anschließen.

Diese Analogie funktioniert aber nicht bei jeder Art von Weiterempfehlungs-Traffic. Wenn Sie zum Beispiel den Link in einem Blog anklicken, dann vertrauen Sie darauf, dass der Blog-Betreiber eine gute Partner-Site ausgewählt hat und dass Sie dem Ankertext des Links vertrauen können.

Traffic, der auf diese Art auf Ihre Site kommt, hat wahrscheinlich eine höhere Absprungrate und eine geringere Bereitschaft zur Interaktivität mit Ihrer Site, weil diese Besucher vor dem Besuch Ihrer Site kaum Informationen über Sie haben.

Auf der anderen Seite, wenn sie über einen Link im Content eines Gast-Autoren kommen, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sie bleiben, weil sie aus einer Quelle, der sie vertrauen (der Blog-Besitzer, der den Gast-Beitrag veröffentlicht hat), gehört haben, dass die Site, auf die der Link führt, vertrauenswürdig ist. Dass es dort etwas Nützliches für sie gibt, oder weil sie einfach daran interessiert sind, was der Gast-Autor dort zu sagen hat.

Für diese beiden letzten Typen von Weiterempfehlungs-Traffic – über Gast-Beiträge und Ankertext-Links – ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass diese Besucher ein Stück von Ihrem Content lesen, um herauszufinden, ob ihnen das hilft. Wenn das der Fall ist, können die bereit sein, mit Ihrer Site zu interagieren, indem sie Ihnen bei Twitter folgen, Ihren RSS-Feed abonnieren oder so etwas.

Wichtig bei Weiterempfehlungs-Traffic ist, dass Sie entweder das Interesse des Besuchers einfangen müssen oder eine Frage beantworten müssen, die die haben, bevor die Sie ihrem sozialen Netzwerk hinzufügen.

Bezahlte Werbung

Ich will über diese Art von Traffic nicht viel sagen, weil er aus psychologischer Sicht dem Traffic aus Suchmaschinen sehr ähnlich ist – es gibt allerdings einen wichtigen Unterschied.

Leute die auf solche Links klicken, wissen oft nicht, dass sie Werbung anklicken. Da gibt es zwar einige, die aus Prinzip nicht auf Werbe-Links klicken; andere, die das nicht wollen, machen es gelegentlich dennoch. Aber ein Besucher, der über einen Werbe-Link zu Ihnen kommt, ist viel eher bereit, auch auf Ihrer Site Werbung anzuklicken. Allerdings besteht das Problem, wenn er bereits auf einen Link geklickt hat und nicht das gefunden hat, was er gesucht hat und keine Antwort auf seine Frage bekommen hat, dann wird er komplett wieder verschwinden. Das ist auch der Grund, warum die meisten Leute, die bezahlte Werbung benutzen, das mit einseitigen Websites machen, die eindringliche und direkte Call-to-Action enthalten.

Was ist die richtige Traffic-Methode für Sie?

Jede dieser verschiedenen Methoden zur Traffic-Erzeugung hat ihren Sinn und in Abhängigkeit davon, in welche Richtung Sie Ihren Blog weiter entwickeln wollen, sollte Sie jede davon entsprechend einsetzen.

Wenn Sie es vor allem auf neue Besucher abgesehen haben und mehr Werbeklicks haben wollen, dann versuchen Sie so viel Suchmaschinen-Traffic wie möglich zu bekommen. Wenn Sie aber mehr Einträge in Ihrer Liste haben wollen und mehr Interaktion in Ihrem Blog, dann empfehle ich Ihnen den Bereich des Weiterempfehlungs-Traffic stark auszubauen, zum Beispiel durch Gast-Beiträge. Das ist der beste Weg, sicherzustellen, dass Sie Traffic bekommen, der schon grundsätzlich an Blog-Posts interessiert ist und dazu noch Interesse an Ihrem Themengebiet hat.

Für etwas spezifischere Blogs, wie einem Foto-Blog oder Video-Blog ist wahrscheinlich Social Media Traffic die beste Wahl, weil visueller Content eine Menge Aufmerksamkeit von den schwierig zufriedenzustellenden Social Media Nutzern bekommen kann, die am Ende des Tages doch vor allem nach Zerstreuung suchen.

Haben Sie bei Ihrem Traffic schon bestimmte Trends festgestellt, die sich unterscheiden, je nachdem, woher der Traffic kommt? Können Sie sich noch andere Quellen für Traffic vorstellen, dessen Verhalten sich von den hier geschilderten unterscheidet?

Jürgen Schnick

Internet Marketing für schlaue Leute

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{ 6 comments… read them below or add one }

Juergen

Hi Stefanie,

je länger der Kommentar, umso besser, oder?! ;-) )

Das ist schon ein interessantes Thema mit vielen Aspekten.

Bei mir kommen aktuell (letzte 4 Wochen):

45,56% über Google
27,54% sind direkte Zugriffe (hast du Recht, da kann man stolz drauf sein)
26,87% von Verweis-Websites

Die Verweis-Websites sind im Wesentlichen Facebook und Twitter, ein wenig von StumbleUpon und anderen Social Media Sites.

Die Besuchszeiten sind bei mir bei Google recht hoch (über 7 Minuten – Dank SEO!)
Bei den Verwies-Websites liegen die Zeiten im Schnitt bei 4 Minuten (also deutlich drunter)
Und bei den direkten ZUgriffe sind es nur 2,5 Minuten (die sehen nur nach, was es Neues gibt).

Wenn Du das Thema bei dir aufgreiffst, hast du schon einen Kommentar sicher. (So soll Bloggen doch sein)

Herzliche Grüße

Jürgen Schnick

Stefanie

Hallo Jürgen, wirklich interessante Aspekte du du hier wieder ansprichst.
Ich möchte aber gern meine Meinung dazu noch ergänzen.
Zum Thema Werbeklicks kann ich nicht viel sagen, da ich auf meinem Blog aktuell nicht zielgerichtet mit Werbung arbeite, aber ich kann mir vorstellen, dass Leute die über Suchmaschinen kommen eher auf Werbung klicken wenn sie themenrelevant ist – sie suchen ja nach etwas bestimmtem.

Allerdings sehe ich das mit dem Suchmaschinen und Social Media Traffic sonst etwas anders.
Die meisten Besucher bekomme ich über Google – die meisten dieser Leute verschwinden aber innerhalb von Sekunden wieder.
Schuld daran ist mit Sicherheit zu einem großen Teil, das ich bis vor kurzem extrem unbedarft war was suchmaschinenoptimierung angeht – dadurch bekomme ich viel Suchmaschinentraffic der nur bedingt mit meinem Thema zu tun hat. Ein weiterer Aspekt ist aber meiner Meinung nach das Suchmaschinen ja nicht nur meinen Blog ausspucken sondern dem Interessenten tonnenweise Websieten anbieten – da wird dann ein Blick auf die jeweilige seite geworfen und dann die nächste ausprobiert.

Die besten Erfolge habe ich durch Traffic über Facebook. Hierüber kommt zwar weniger Traffic, jedoch bleiben die Besucher länger, hinterlassen häufiger Kommentare oder geben mir über FB ein feedback.
Außerdem ist die Eintragungsrate in den Newsletter bei Leuten die über Facebook kommen sehr viel höher – was für mich auf lange Sicht sehr erfolgsversprechend ist.
Ich denke das hat sehr viel damit zu tun, dass schon ein gewisses Vertrauensverhältnis besteht und ein gewisser Grad von Bekanntheit.

Eine Aussage von dir möchte ich aber 100%ig unterstreichen – direkter Traffic ist Traffic auf den man stolz sein kann, weil er zeigt, dass Leute die eigenen Inhalte so gut fanden, dass sie sich den Blog gemerkt oder als Lesezeichen gespeichert haben. Für mich ist diese Art von Traffic definitiv ein positives Feedback.

Ok, entschuldige für den halben Roman, aber du hast mich grade wirklich dazu gebracht mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und das musste ich grade mal loswerden.
Vielleicht greife ich das Thema ja auch bei mir mal auf…

Liebe Grüße
Stefanie

Harald

Hallo Jürgen,

Dein Artikel bringt im Grunde folgende Erkenntnis: Traffic ist eben nicht gleich Traffic. Man sollte sich also auch darüber im Klaren sein,was man eigentlich mit seinem Blog oder seiner Webseite bezwecken will und dann idealerweise die geeignetsten Traffic-Quellen anzapfen

Gruß und viel Erfolg
Harald

Juergen

Hallo Jake, willkommen bei Erfolgs-Blogging und Danke für den Kommentar.

Das ist eines der größten Probleme vieler Einsteiger: sie fürchten sich davor, dass alles “zu kompliziert” ist, weil sie die einzelnen Dinge nicht so genau kennen. Aber das ist alles wirklich nicht so kompliziert. Man muss es nur tun, dann stellen sich die meisten Sachen als ziemlich einfach heraus und meistens nehmen sie viel weniger Zeit in Anspruch, als man gedacht hat.

Was sich bei mir sehr bewährt hat, ist sich solche Abläufe gleich beim ersten Mal aufzuschreiben, dann kann man beim nächsten Mal nachsehen, wie es ging und muss nicht die selben Fehler noch einmal machen.

Viele Grüße

Jürgen Schnick

Jake Jeckingsale

Sehr geehrter Herr Schnick,

mit diesem Beitrag haben Sie wieder einmal bewiesen das vieles einfacher ist als man vielleicht denkt. Man sollte seine eigenen Scheuklappen abnehmen und die logischen und einfachen Dinge sehen.

Auf diese Weise steht einer Weiterentwicklung weniger im Wege als wenn man sich selbst verrückt macht.

Ich freue mich schon auf Ihren nächsten Beitrag!

Gruß
Jake Jeckingsale

Patrick Margreitner

Hallo Jürgen,

ich bin noch Anfänger und hab selbst noch nicht so richtig viel Traffic, aber wenn ich mich selbst beobachte, also ich als “Traffic” dann kann ich dir voll zustimmen.
Das erste, oder zumindest die ersten, Suchergebnisse bei Google sehe ich prinzipiel als höherwertig an als alle nachfolgenden und die zweite Seite sehe ich mir in den seltensten Fällen an. Auch beim Social Media Traffic habe ich ziemlich oft ein ähnliches Verhalten wie du hier beschreibst: Schnell mal wo draufgeklickt und auch meistens schnell wieder weg :)
Trotzdem versuche ich auf meinem Blog solchen kostenlosen Traffic aufzubauen, da ich eben für Traffic (noch) kein Geld ausgeben möchte. Aber hier hat eben jeder seine eigene Lieblingsmethode.

Viele Grüße
Patrick

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