Verstehen Sie die menschliche Natur? – Teil 1

Verstehen Sie die menschliche Natur

Wenn Sie ein wirklich erfolgreicher Blogger sein wollen, dann ist ein wichtiger Bestandteil der zu erlernenden Dinge eine intime Kenntnis Ihrer Mitmenschen. Es ist doch so, wenn Sie den Menschen etwas verkaufen wollen, müssen Sie wissen, wie diese „ticken“.

Zum Glück sind Menschen als Masse ziemlich gut vorhersehbare Lebewesen und auch wenn jeder einzelne der 6 Milliarden von ihnen das Gefühl hat, „einzigartig“ zu sein und in seiner Art „allein auf der Welt zu sein“, ähneln sie sich doch überraschend stark. In Wirklichkeit sogar so sehr, dass es ziemlich leicht ist, sehr gut passende Profile von ihnen zu erstellen.

In diesem und den folgenden Posts wollen wir tief in die Gemeinsamkeiten eintauchen, die alle menschlichen Wesen haben und herausfinden, wie wir dieses Wissen nutzen können, um bessere Werbung machen zu können.

Der Weg des Lebens

Vor kurzem habe ich im Netz einen sehr interessanten Artikel eines Psychologen gelesen, der eine Serie von Fallstudien ausgewertet hat und dabei festgestellt hat, dass die meisten Menschen (sowohl Frauen wie auch Männer) während ihres Lebens verschiedene kritische Punkte, bzw. Phasen  passieren, die auf psychologische Weise ihren Lebenslauf bestimmen. Es handelt sich dabei um folgende Phasen:

18 bis 22 Jahre – eine Rolle im Leben finden

Bis zum Alter von 18 Jahren, also am Beginn ihres Erwachsenenlebens, hört man von Teenagern oft Sachen wie: „Meine Eltern verstehen das einfach nicht“ und „Ich muss von meinen Eltern weg“. Zum Glück sind das normalerweise nur Worte und es kommt selten vor, dass diesen Worten Taten folgen.

Nachdem diese Phase überwunden ist, beginnt bei den meisten Menschen der Prozess, in dem sie sich von ihren Eltern lösen, von der Familie und allen Bindungen der Kindheit. Dieser Bruch kann sich aus den allgemeinen Rahmenbedingungen ergeben (wie Beginn eines Studiums, die erste eigenständige Reise oder die erste eigene Wohnung).

Das Ziel dieser Periode ist es, die eigene Sicht der Dinge von der der Eltern zu lösen und die eigene „unabhängige Meinung“ in der realen Welt auszutesten. Während sie ihre Meinung testen, sind junge Erwachsene sehr empfänglich für Modeerscheinungen und Trends. Vor allem für die Modeerscheinungen, die für iher Eltern und andere Autoritätspersonen ein wenig undurchsichtig und unverständlich sind.

Es ist auch deswegen wichtig, das zu wissen, weil Teenager in dieser Situation oft ein aufsässiges Verhalten an den Tag legen, die meisten von ihnen haben im Innern eine versteckte Furcht davor, immer noch Kinder zu sein und damit noch nicht in der Lage zu sein, in der Welt der Erwachsenen zu bestehen. Sie tendieren außerdem dazu, sich Freunde zu suchen, die in einer ähnlichen Situation sind, was sogar soweit geht, dass sie diese Freunde als eine Art Ersatzfamilie ansehen.

Der Rest der 20er – Die Gestaltung des Traumes

Zwischen 22 und 30 verändert sich bei den meisten jungen Erwachsenen die Betrachtungsweise der Dinge von „innerer Aufruhr der späten Pubertät“ zu einer mehr praktischen und nach außen gerichteten Sicht, in der sie ihre persönlichen Sehnsüchte für ihr Leben realisieren.

Während dieser Phase versuchen Menschen normalerweise herauszufinden, was ihre wahren Ziele im Leben sind und wie sie es schaffen können, diese zu erreichen. Dabei entwickeln sie sich entweder in eines der üblichen Klischees oder versuchen, aus den normalen Konventionen auszubrechen und etwas vollkommen „individuelles“ zu werden.

Über 20-jährige sehen sich einer Menge Druck aus der Gesellschaft, ihrer Familie, Schule und sogar aus ihrer eigenen Altersgruppe ausgesetzt, wenn es darum geht, das zu tun, „was man tun sollte“. Das kann Seßhaftigkeit bedeuten, Heirat, Familiengründung und berufliche Verpflichtung … aber es kann auch genauso gut das Gegenteil davon bedeuten, manche von ihnen folgen lieber „einem Traum“ und legen sich in diesem Alter auf nichts im Leben fest.

Einer der schrecklichsten Aspekte im Leben der über 20-jährigen ist die innere Überzeugung, dass jede Wahl, die man trifft, unwiderruflich ist. Das ist aber eine völlig unbegründete Angst. Veränderung ist immer möglich und kleine Veränderungen in der ursprünglich eingeschlagenen Richtung sind möglicherweise unumgänglich.

Es spielt keine Rolle, welche Richtung der junge Erwachsene einschlägt. Es gibt kein Falsch und kein Richtig, jedenfalls solange die Wahl nicht zu extrem ausfällt. Zu schnell seßhaft zu werden, kann dazu führen, dass man sich in der Beziehung wie gefangen fühlt. Auf der anderen Seite kann das grundsätzliche Ablehnen jeder Verpflichtung für alles dazu führen, dass diese Person auf lange Zeit von einer Beziehung zur nächsten springt und von einem Job zum anderen.

Das war der erste Teil der kleinen Artikelserie über die menschliche Natur. Im nächsten Teil geht es weiter mit der Gruppe der Menschen, die gerade 30 Jahre alt geworden sind.

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.

Jürgen Schnick


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