Wenn Sie ein wirklich erfolgreicher Blogger sein wollen, dann ist ein wichtiger Bestandteil der zu erlernenden Dinge eine intime Kenntnis Ihrer Mitmenschen. Es ist doch so, wenn Sie den Menschen etwas verkaufen wollen, müssen Sie wissen, wie diese „ticken“.
Im ersten Teil dieser Artikelserie, den Sie hier gerne noch einmal nachlesen können, ging es um den Weg des Lebens und um die Altersgruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Und so geht es weiter:
Die frühen 30-iger – Entscheidungen in Frage stellen
Die 30-iger Jahre sind für viele Menschen eine Dekade tief gehender Fragen und Turbulenzen. Während dieser Zeit bewerten viele die berufliche Wahl und auch die Wahl privater Beziehungen neu, die sie während der 20-iger Jahre getroffen haben.
Viele Singles in diesem Alter tendieren dazu, das Gefühl zu haben, dass sie dringend einen Lebenspartner finden müssen. Und Menschen, die dann länger als 7 Jahre in einer festen Beziehung waren, tendieren dazu, mit dieser Beziehung unzufrieden zu sein – viele enden dann in Scheidung oder in ernsthafter Auseinandersetzung mit der Beziehung und den Erwartungen des Partners.
Paare ohne Kinder denken dann ernsthaft darüber nach, welche zu haben oder zu adoptieren. Der den Haushalt führende Partner (Mutter oder Vater) tendiert dazu, auszubrechen und mehr für sich selber tun zu wollen.
Die Berufswahl wird ebenso intensiv einer Prüfung unterzogen. Über 30-jährige tendieren dazu, ihre Berufswahl in Frage zu stellen und sich zu fragen, wo sie sich beruflich in 5 oder 10 Jahren sehen. Gibt es vielleicht in anderen Firmen bessere Möglichkeiten oder sollten sie lieber ganz ausbrechen und sich selbstständig machen? Es ist kein Zufall, dass ein großer Teil der Online-Unternehmer in diese Altersgruppe fällt.
35 bis 40 – Die Suche nach der wahren Identität
Passend zu den aktuellen Zahlen für die Lebenserwartung der Menschen repräsentieren die mittleren bis späten 30-iger Jahre den offiziellen Eintritt der jeweiligen Person in das sogenannte „mittlere Lebensalter“. Physisches Können, in der Jugend als gegeben angesehen, läßt jetzt nach und die Menschen realisieren, dass sie möglicherweise weniger Zeit vor sich haben, als sie bereits gelebt haben.
Menschen in dieser Altersgruppe finden sich damit ab, wer sie wirklich sind und versuchen herauszufinden, wie sie den zweiten Teil ihres Lebens gestalten wollen.
Unverheiratete, kinderlose Frauen empfinden im Altersbereich um die 35 so etwas wie einen aggressiven Druck einer „letzten Chance“, möglicherweise aus physiologischen Gründen. Bei Männern passiert das normalerweise 5 Jahre später und wird als sogenannte „Midlife-Krise“ bezeichnet. Das Kliche vom Ehemann, der mit seiner Sekretärin im roten Sportwagen durchbrennt, basiert auf Männern um die 40, die sich schon in jungen Jahren beruflich und partnerschaftlich festgelegt haben und dann in ihren frühen 30-igern Probleme mit dem Gefühl der Rastlosigkeit haben.
Menschen mit 40, egal was sie im Leben erreicht haben, tendieren dazu sich ausgelaugt und nutzlos zu fühlen. Deswegen werden manche in diesem Alter selbstzerstörerisch, während andere eine mildere und charakterfestere Seite entwickeln.
45 bis 50 – Neue Impulse
Während dieser Periode tendieren vor allem die Menschen, die während der Midlife-Krise angemessen mit ihrer eigenen Identität und ihren Wertevorstellungen umgegangen sind, dazu neue Lebenskraft und Selbstbestimmung zu finden. Sie nennen das dann „die besten Jahre meines Lebens“ und führen ein heiteres und glücklicheres Leben. Während dieser Zeit werden Freunde wieder wichtiger und Eltern sind in der Lage, ihre Kinder ihr eigenes Leben führen zu lassen.
Diejenigen, die mit ihrer Midlife-Krise nicht so gut klar gekommen sind, tendieren dazu, sich isoliert und ausgestossen zu fühlen. Dann können Eltern zu „Kindern“ werden, Kinder zu Fremden, die Karriere zu einem bloßen „Job“. Mit 50 wiederholt sich dieser Schock noch stärker und bringt manche in dieser Altersgruppe dazu, nach Revitalisierung zu suchen.
Zusammenfassung
Diese kritischen Phasen im Leben zeigen sich natürlich von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt, aber sie können trotzdem als grundsätzliche Leitlinie dafür herangezogen werden, um Menschen in Altersgruppen einzuteilen, die dann mit wesentlich wirksameren Werbebotschaften angesprochen werden können, um sie dort abzuholen, wo sie im Leben gerade stehen und eine Verbindung zu ihnen auf einem wesentlich tiefergehenden Level herzustellen (weil es so für sie wesentlich mehr Sinn macht, sowohl aus psychologischer, als auch aus emotionaler Sicht).
Das war der zweite Teil der kleinen Artikelserie über die menschliche Natur. Im nächsten Teil geht es weiter mit den Charaktereigenschaften, die die meisten Menschen gemeinsam haben.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich über einen Kommentar sehr freuen.
Jürgen Schnick
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