Wie Sie die Subscriptionrate Ihres Blogs um 254% erhöhen

Online Geld verdienen Subscriptionrate

 

 

© Otmar Winterleitner – iStockPhoto.com

Wie Sie die Subscriptionrate Ihres Blogs um 254% erhöhen

Es gibt etwas, das sich eigentlich jeder Blogger an Aktivität von seinen Lesern wünscht. Die meisten dieser Blogger verwenden ein bestimmtes Wort dafür, ihre Leser dazu zu überreden, diesen Schritt zu tun. Sie verwenden dieses Wort, weil es die meisten anderen Blogger auch verwenden.

Wissen Sie, welches Wort gemeint ist?

Subscribe

Vor etwa zwei Wochen wurde mir plötzlich etwas klar. Subscriptions kosten generell Geld. Denken Sie mal kurz darüber nach. Das erzeugt einen gewissen Misston, vor allem dann, wenn Sie seit Monaten oder Jahren unaufhörlich versuchen, Ihre Leser dazu zu bekommen, Subscriber bei Ihnen zu werden.

Was bedeutet das eigentlich, Subscriber zu werden?

Bei der Suche in diversen Wörterbüchern, im Duden und natürlich online, habe ich schnell festgestellt, dass es eigentlich keine wirklich passende deutsche Übersetzung für das englische Wort „Subscriber“ in diesem Zusammenhang gibt.

Wir sind heute, vor allem online, so stark anglifiziert, dass wir viele Begriffe einfach übernehmen, ohne zu hinterfragen, ob es nicht eine Alternative gibt, die vielleicht mehr Sinn macht. Ein solches Wort ist “subscribe”, wenn es um den Eintrag in eine Liste, einen Newsletter geht.

Vor ursprünglichen Sinn ist ein Subscriber ein Abonnent, also jemand der dafür regelmäßig bezahlt, dass er eine bestimmte Leistung erhält. Weitere Bedeutungen kommen aus der Musik, dem Aktienhandel. Alle beinhalten eine Zahlung des „subscribers“ an denjenigen, bei dem sie sich „subscriben“.

Eine weitere Bedeutung ist „etwas unterzeichnen / unterschreiben“, also eine Vereinbarung, ein Abkommen, ein Vertrag. Das hört sich ebenfalls nach Bezahlen an, oder?

Sind Sie sich jetzt immer noch sicher, dass „subscribe“ die richtige Wortwahl für das ist, was Sie von Ihren Lesern wollen? Wenn Sie Ihre Leser darum bitten, sich bei Ihnen zu „subscriben“, bitten Sie sie dann darum, eine Art virtuelle Unterschrift zu leisten? Oder bitten Sie sie um ihre Zustimmung, einen bestimmten Betrag an Sie zu bezahlen?

Eigentlich wollen Sie doch, dass sich Ihre Leser für einen kostenlosen Service einschreiben, weil jedes Mal, wenn das einer tut, wird Ihr Blog ein wenig wertvoller (und Ihr eigenes Ego bekommt einen kleinen Schubs). Daher müssen Sie es für diese Leute absolut deutlich machen, dass es sie nicht mehr kostet, als ein paar Sekunden ihrer Zeit und sie dafür äußerst wertvollen Content bekommen und das auch noch automatisch per Email oder RSS-Feed.

 

Wortassoziation

Der Prozentsatz der Leser, der missversteht, was Sie wirklich meinen, wenn Sie sie darum bitten Subscriber zu werden, hängt sehr stark von der Nische ab, in der Sie tätig sind. Leser, die bereits andere RSS-Feeds beziehen, werden weniger verwirrt sein, aber sehr viele Webuser haben keine Ahnung von RSS.

Ein guter Indikator für den Durchblick der Leser eines Blog’s in dieser Beziehung ist das Verhältnis der RSS-Leser und der normalen Email-Subscriber, je höher der RSS-Anteil ist, umso schlauer sind die Leser in dieser Beziehung. Wahrscheinlich denken Sie, dass es vor allem die jungen Leute sind, die RSS sehr stark nutzen – falsch! Mehr als die Hälfte der jungen Leser bekommen meine News per Email.

Was ich so von anderen Bloggern höre, ist bei mir der Anteil sogar etwas über dem Durchschnitt. Leser mit weniger Durchblick denken bei dem Begriff „Subscribe“ eher an kostenpflichtige Dinge als andere. Viele schauen im English-Deutsch-Wörterbuch nach – ehrlich.

 

Tolle Theorie – und was jetzt?

Ich habe mal mit Google Analytics analysiert, wie das Subscription-Verhalten meiner Leser ist. Bei dieser Analyse fehlen natürlich die RSS-Eintrager die direkt über die Adresseingabe laufen, aber die die das tun, gehören zu den Lesern mit dem absoluten Durchblick in dieser Beziehung und sind deswegen nicht relevant für diese Untersuchung.

Die meisten „Subscriber“ verwenden einen der beiden großen Knöpfe zum Anmelden, die sie auf meiner Website finden. Diese Buttons enthalten den Text „Subscribe per RSS“ und “Subscribe per Email“ und ein wenig Grafik drum herum. Nachdem mich die Erleuchtung überkam, änderte ich versuchsweise diese Texte in „Infos per RSS“ und „Infos per Email“.

Fast sofort sah ich die Ergebnisse dieser Änderung!

Die Grafik zeigt den Trend der Klicks für meinen RSS-Feed und den Email-Button für die acht Tage bevor ich die Änderung gemacht habe und für die acht Tage danach. Meine Anmelderate hatte sich um 254% erhöht, nachdem ich die Änderung gemacht habe und 66% der neuen Einträge waren für die Email-Variante.

Das passt genau zu meiner Hypothese, dass die Leute, die „Subscribe“ falsch verstehen, die selben sind, die Email statt RSS bevorzugen. Das wiederum bedeutet, dass sie sich im Web (noch) nicht besonders gut auskennen, und gerade deswegen sind sie besonders wertvoll für mich. Bei jeder Art des Textens sollten Sie immer vermeiden, einen Jargon zu benutzen, egal wie geläufig dieser für Sie persönlich ist.

 

Worte machen den Unterschied

Natürlich habe ich damit nicht wirklich bewiesen, dass meine Leser das Wort „subscribe“ damit in Verbindung bringen, dass sie etwas bezahlen müssen. Um das sicher herauszufinden, müsste man sie direkt befragen.

Aber ich glaube ich habe damit gezeigt, dass eine sehr kleine Änderung in der Wortwahl auf Basis einer gut durchdachten Theorie, durchaus einen signifikanten Einfluss auf das Verhalten der Leser haben kann.

Ob meine Annahmen über die Assoziationen, die meine Leser mit dem Wort „subscribe“ verbinden wirklich genauso stimmen ist nicht wichtig. Die Ergebnisse zählen und diese kleine Veränderung hat zu wirklich erstaunlichen Ergebnissen geführt.

Wenn Leser jetzt meine Website besuchen, lade ich sie ein „Infos per Email“ zu erhalten. Andere Blogger, die das auch erkannt haben, laden sie ein „Email-Updates“ zu bekommen.

Wie werden Sie Ihre Wortwahl treffen, um die Zahl der Einträge für Ihren Emailverteiler zu erhöhen?

Jürgen Schnick

Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihren Freunden:
  • Facebook
  • LinkArena
  • LinkedIn
  • MisterWong.DE
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Wikio
  • Yigg

 

Emailadresse

{ 1 Kommentar… lese ihn unten oderschreibe selbst einen }

Bernd

Du hast ja so recht!
Wir sind in Deutschland und da sollten wir auch ein wenig Deutsch schreiben.
Ich war neulich auf einem Seminar bei einem bekannten Werbeprofessor,
der klärte uns bei der IHK auf, wie doch die meisten Botschaften ihren empfänger gar nicht erreichen, da sie völlig missverstanden werden.
“Come in and find out” Da verstehen die meisten :
Komm rein und finde wieder raus!”
Gemeint war: “Komm rein und entdecke!”
Genauso ist das mit “subscribe”!
Ich wette, 30% meinen überschreiben…
Wer alle erreichen will, muss sich auch verständlich ausdrücken.
Deinen Blog habe ich heute eigentlich auch erst entdeckt, und ich entdecke hier sehr viel Nützliches…
Ich wünsche Dir noch viel erfolg mit deinem Blog, ich werde ihm gerne folgen…
Bernd Kracht

Schreibe einen Kommentar

{ 1 Trackback }

Previous post:

Next post: