9 einfache Möglichkeiten die Usability Ihres Blogs zu erhöhen

Usability verbessern

Eines der wichtigsten Ziele als Designer unseres Blogs besteht darin, kontinuierlich die Usablity der Website zu verbessern. Content, der natürlich sehr wichtig ist, hilft den Leser von sich aus nicht, wenn sie ihn nicht auch leicht und schnell erreichen können. In diesem Beitrag werde ich einige Möglichkeiten aufzeigen, mit denen man recht schnell die Usability des eigenen Blogs verbessern kann.

  1. Arbeite „above the fold“

Wir haben sicherlich alle schon die Statistiken gesehen, die eindeutig belegen, dass Leser wieder verschwinden, wenn sie das, was sie suchen nicht „above the fold“ auf den ersten Blick sehen. („Above the fold“ bezeichnet den Bereich der Website, den man sieht, ohne dass man weiter nach unten scrollen muss).

Das ist so, oder? Wir haben heute Scroll-Räder an unseren Mäusen und größere Monitore, gilt diese Regel trotzdem immer noch? Daher gilt diese Regel vor allem dann nicht, vor allem dann nicht, wenn ich wirklich hilfreichen und interessanten Content habe? FALSCH!

Woher sollen Ihre Leser aber wissen, dass Sie so brillianten Content haben, wenn sie ihn nicht sofort sehen, wenn sie auf Ihre Website kommen? Ist Ihr Blog vielleicht so viel besser als alle anderen in Ihrer Nische, so dass bei Ihnen die Leser ganz automatisch länger bleiben und von sich aus danach suchen, was sie haben wollen?

Wenn Sie sicherstellen, dass Ihr Top-Content immer „above the fold“ sofort zu sehen ist, dann können Sie auch sicher sein, dass Sie mehr Besucher in die richtige Richtung schicken und sie nicht verjagen.

  1. Regelmäßig Statistiken auswerten

Sie können allerdings erst dann das Aussehen Ihres Blogs so einstellen, dass „above the fold“ alles enthält, was Ihre Leser sofort sehen sollen, wenn Sie genau wissen, wo für Ihre Leser eigentlich „above the fold“ genau ist. Aus diesem Grund (und aus vielen anderen Gründen) ist es sehr wichtig, dass Sie mehr darüber wissen, wer Ihre Leser sind und wie sie sich verhalten.

Statistiken und Analyseprogramme geben Ihnen die Daten, die Sie dafür benötigen und man kommt sehr einfach an diese Programme heran. Google Analytics ist die perfekte Lösung, mit der man anfangen kann, es ist kostenlos und sehr leicht zu installieren.

Analyseprogramme wie dieses, zeigen Ihnen ganz genau, welchen Content Ihre Leser am liebsten mögen, Details über die technischen Möglichkeiten Ihrer User wie Bildschirmauflösung, welchen Browser sie verwenden, welches Betriebssystem sie nutzen und woher sie kommen (und noch vieles mehr, wenn Sie wollen).

  1. Anwendung der Statistiken nach dem Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip (auch als 80/20 Regel bekannt) sagt, dass in den meisten Fällen 80% der Ergebnisse von 20% der Arbeit herrühren. Das hört sich zwar ziemlich philosophisch an, trifft aber bei der Usability im Blog sehr gut zu.

20% des Blogs sind für 80% ihrer Leser am wichtigsten. Oder anders gesagt: Ihre Leser wänden ihre Zeit auf, um sich 20% des Blogs anzusehen, mit 80% ihrer Zeit. Oder vielleicht ein wenig praktischer:  als Blog Betreiber sollten Sie 80% Ihrer Zeit damit verbringen, sich die 20% Ihres Blogs anzusehen, die sich die Leser am häufigsten ansehen.

Das ist sicherlich nicht die perfekte Regel und Regeln sind manchmal dazu da, gebrochen zu werden, aber für den Anfang ist das OK.

Wenn Sie feststellen, dass die meisten Besucher Ihres Blogs sofort von einer bestimmten Seite angezogen werden, dann müssen Sie dafür sorgen, dass Sie diese Seite besonders nützlich und hilfreich gestalten. Außerdem sollten Sie die Seite dazu nutzen, Ihre Besucher auch auf andere Bereiche Ihres Blogs hinzuweisen.

  1. Machen Sie Ihren RSS-Feed sehr sichtbar

Wir haben ja schon darüber gesprochen, dass Sie Ihren wichtigsten Content sehr sichtbar machen müssen und das Selbe gilt auch für Ihren RSS-Feed. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihre Leser bereit sind, ihre Zeit dafür zu opfern, nach dem hübschen RSS-Button zu suchen, den Sie entworfen haben und glauben Sie nicht, dass sie ihn irgendwo weiter unten auf der Site suchen.

Ihr RSS-Link muss an sehr gut sichtbarer Stelle auf den ersten Blick zu finden sein und Sie sollten möglichst eine der Standard-Grafiken dafür verwenden.

  1. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Suchfunktion richtig funktioniert

Die von WordPress mitgelieferte Suchfunktion nervt von Hause aus. Leider gibt es keine einfache Methode, dieses Problem zu beseitigen, können wir wenigstens dafür sorgen, dass sie weniger nervt. Das Plugin Search Reloaded von Denis Bernardy ändert wenigstens so viel an der Standard Suchfunktion von WordPress, dass die Suchergebnisse ein wenig mehr Sinn ergeben. Außerdem sei hier noch gesagt, dass die meisten Besucher eine Suchfunktion für die Suche innerhalb einer Website in der oberen rechten Ecke erwarten.

  1. Verschwenden Sie keinen Platz

Verschwenden Sie in Ihrem Blog nicht zu viel Platz für Nichts. Während Sie niemals Ihre Leser mit „zu viel“ verwirren dürfen, ist es auf der anderen Seite stets eine gute Idee, zu viel weiße Fläche einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Versuchen Sie solche Freiflächen mit Links zu Ihren besten Posts zu füllen oder mit zusätzlichen Links zu Ihren Kategorien. Und trennen Sie sich von Designelementen, von denen Ihnen Ihre Statistiken sagen, dass sie niemanden interessieren.

  1. Zeigen Sie verwandten Content in Ihren Posts

Manchmal ist Usability so ähnlich wie Schafe hüten. Wir möchten gerne, dass unsere Besucher sich so verhalten, wie wir uns das vorstellen. Und deswegen liegt es in unserer Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sie sich in der richtigen Richtung bewegen. Wir haben unseren Lesern auf der Startseite die richtige Richtung gezeigt, aber was ist mit den Seiten mit den einzelnen Posts? Geben Sie Ihren Lesern auch dort Hinweise, wohin diese sich als nächstes bewegen sollen.

Ein wirklich sehr hilfreiches Plugin genau für diesen Zweck ist das Similar Posts Plugin.

  1. Ihre Links müssen sinnvoll sein

Ihre Links müssen eindeutig vom Rest Ihres Content zu unterscheiden sein und Sie sollten eindeutig anzeigen, was sie machen, wenn man darauf klickt. Ein Link zu einem Post sollte ein Tectlink mit dem Titel oder einer Beschreibung des Posts sein. Wenn Sie Ihren Content in schwarzer Schrift schreiben, dann sorgen Sie dafür, dass Ihre Links eine andere Farbe haben und dass sie möglichst unterstrichen sind. Sie können sie aber auch auf andere Weise hervorstechen lassen.

  1. Testen Sie – testen Sie nochmals – und nochmals falls nötig

Das ständige Testen Ihrer eigenen Website ist wahrscheinlich der wichtigste Teil bei der Verbesserung der Usability. Suchen Sie sich ein paar Freunde, die sich für Ihre Nische interessieren und geben Sie ihnen die Gelegenheit, herauszufinden, wie Ihr Blog funktioniert. Nach dem sie sich den Blog eine Zeit lang intensiv angesehen haben und alles ausprobiert haben, stellen Sie Ihnen folgende Fragen:

-          Worum geht es in meinem Blog?

-          Was war das Erste, was Du gesehen hast?

-          Ist Dir die Seite „hier die Seite eintragen, die Ihre Besucher unbedingt sehen sollen“ aufgefallen?

-          Was das Design der Site angenehm für Deine Augen?

-          Was hat Dir an dem gesamten Blog am besten gefallen?

-          Und was hat Dir gar nicht gefallen?

Kurz gefasst, können Sie recht häufig Ihre Besucher dazu bringen, sich in eine bestimmte Richtung zu bewegen (und sehr wichtig: in eine Richtung, die Sinn für die Besucher macht). Nutzen Sie Ihre Statistiken dafür, herauszufinden, wie Ihre Besucher mit Ihrer Website umgehen und machen Sie ständig Verbesserungen, die dafür sorgen, dass die Besucher mit Ihrer Website so umgehen, wie Sie das gerne möchten.

Auf lange Sicht geht es bei Usability doch nur darum, wie Sie es schaffen, Ihre Besucher zu den Bereichen Ihrer Website zu führen, von denen Sie wollen, dass sie sie sehen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Usability und der Nutzung von Statistikdaten für diese Zwecke selber gemacht? Oder halten Sie gar nichts von solchen Auswertungen?

Jürgen Schnick

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{ 5 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Juergen

Liebe Renate, herzlichen Dank für das dicke Lob – das tut immer wieder gut. Und Danke für den Rechtschreib-Hinweis, habe ich geändert. “similiar” habe ich in der Schule immer schon geschrieben (deswegen hatte meine Englischlehrerin wohl so graue Haare ;-) ).

Mit den Plugins ist das immer so eine Sache, oft wird nur bis 2.6. angegeben, sie funktionieren aber trotzdem (oder auch nicht). Am besten mal direkt beim Programmierer per Mail nachfragen.

Herzliche Grüße Jürgen Schnick

Renate Blaes

Lieber Jürgen Schnick,

erstmal Danke für Ihren Kommentar auf meinem Blog – der hat mich schließlich zu Ihrer hochinteressanten und genauso informativen Seite geführt, die ich von nun an regelmäßig besuchen werden. Denn ich bin zwar seit nun bald vier Jahren begeisterte Bloggerin, verstehe von den technischen Hintergründen aber leider nur sehr wenig. Ihre Tipps kommen mir demzufolge sehr gelegen.

Ihr Schreibstil gefällt mir auch außerordentlich gut – das möchte ich auch sagen.

Zum Similar-Plugin … es funktioniert wohl nur bis WP 2.6.2. Ich arbeite aber mit 2.9. :-(
Außerdem haben Sie bei Ihrem Link einen kleinen Tippfehler “Similar”, nicht “Similiar”.

Viele Grüße vom regnerischen Ammersee – Renate

Christian Louboutin

Was an interesting article, thank you..

Juergen

Hallo Herr Küttner, vielen herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ja, ich setze Google Analytics in meinem Blog ein. Allerdings hat sich bisher noch niemand darüber beschwert, daher habe ich mir bisher jeglichen Hinweis darauf gespart. Ich persönlich sehe darin auch nichts Verwerfliches, ich nutze ausschließlich Informationen darüber, wieviele Besucher sich welche Inhalte meines Blogs wie oft ansehen. Dadurch bekomme ich wertvolle Hinweise darauf, welche Themen meine Leser besonders interessieren und kann so Schwerpunkte setzen.

Mich interessiert weder WER meinen Blog besucht, noch WOHER er/sie kommt oder welchen Computer, Betriebssystem oder was auch immer die Leser verwenden.

Ich bin der Meinung, dass die ganze “Datenschutz” Diskussion in Deutschland zur Zeit extrem überspitzt geführt wird. In den USA schert sich kein Mensch darum, ob ein Blogger Analytics verwendet oder nicht (dort machen das übrigens praktisch 100%).

Die von Ihnen genannten Tools Search Everything und Search Meter werde ich mir ganz bestimmt ansehen (kannte ich bisher noch nicht). Danke für den Hinweis.

Herzliche Grüße Jürgen Schnick

Claudius H. Küttner

Lieber Herr Schnick,
wie immer ein lesenswerter Artikel und da ich gern von den Großen lerne, habe ich eine Frage.
Wie ich sehe, setzen Sie selber als Statistiktool Google Analytics ein, wie halten Sie es mit dem Rechtsrisiken beim Einsatz von Google Analytics & Co. Ich möchte Sie in keiner Weise schulmeistern, aber Google fordert IMHO einen entsprechenden Verweis auf der Seite, das Analytics eingesetzt wird (siehe Google Analytics Bedingungen – 8.1 Datenschutz). Hintergrund, auch ich musste den Verweis einbauen und habe ihn derzeit auf der Impressumsseite, da gefällt er mir jedoch nicht.
Als Suchtools setze ich aktuell “Search Ever­y­thing” und “Search Meter” ein. Manchmal ist es sehr erstaunlich was die Besucher auf meinen Seiten so suchen, würde ich zu diesen Themen bloggen, käme ich ggf. mit dem Gesetz in Konflikt. “Sem­mel­statz” ist auch ein wunderschönes Analysetool, das aber leider nicht mehr weiterentwickelt wird.
Ansonsten, toller Blog, lese ich gern.

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