Checkliste Blogumzug

Blogumzug, Blogging

Ich habe es vor kurzem endlich getan und es war gar nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Ich bin mit meinem kompletten Blog auf einen neuen Server und eine neue Domain umgezogen.

© Sven Hoppe - iStockPhoto.com

© Sven Hoppe - iStockPhoto.com

Deshalb möchte ich mal in ein paar kurzen Schritten erklären, worauf man bei so einem Umzug alles achten muss.

Im heutigen Beitrag geht es darum, wie man mit einem laufenden Blog auf einen neuen Server und eine neue Domain umziehen kann.

(Ich bin auf eine neue Domain und einen neuen Server umgezogen, zieht man nur auf einen neuen Server um, entfallen natürlich einige Schritte, wenn man die Domain mitnimmt)

Neuen Server / neue Domain checken

Ist die neue Domain aktiviert?

Zeigt sie auf den richtigen Ordner?

Hat man alle Zugangs-Daten und Passwörter für den neuen Server (Datenbank, FTP)?

Läuft die Blogsoftware auf dem Server (sollte man vorher überprüfen)?

Minimalvoraussetzungen für WordPress


Damit WordPress problemlos läuft, muss der Server, auf dem der Webspace beim Provider liegt, nur einige wenige Vorraussetzungen erfüllen:

PHP Version 4.3 oder höher

MySQL Version 4.1.2 oder höher

Das ist auch schon alles. WordPress selber empfiehlt Apache oder Nginx als die am besten für WordPress geeigneten Server, aber auch jeder andere Server, der PHP und MySQL kann, ist OK. Auch WordPress kann nicht jede existierende Serverplattform testen, aber aller Server bei den bekannten Providern erfüllen diese Vorraussetzungen.

Nachfragen!

Hier ist ein kleiner Text, den man an den Support seines Webspace-Anbieters schicken kann (einfach mit copy und paste in eine Email kopieren!).

Hallo,

ich möchte gerne die Open-Source Blog-Software WordPress auf meinem Webspace laufen lassen http://wordpress.org/ und frage mich, ob mein Account die folgenden Features hat:

PHP 4.3 oder höher

MySQL 4.1.2 oder höher

Das Apache Module “mod_rewrite”
Vielen Dank für eine kurze Antwort!

Backup der alten Daten

Dazu lädt man mit einem FTP-Programm (z.B. Filezilla) alle Daten vom alten Server auf den eigenen Rechner (es gibt Programme, die Dateien von einem Server in einem Schritt auf einen anderen schieben können, hat bei mir aber nicht funktioniert).

Dann macht man ein Backup der Datenbank (ins phpMyAdmin -> exportieren oder mit einem entsprechenden Plugin) oder exportiert Artikel und Kommentare direkt mit der Blog-Software (WordPress kann die Daten als XML exportieren, Datenbankeinträge der Plugins u.ä. gehen dann aber verloren)

Installieren der Blogsoftware (fällt u.U. weg)

Man kann entweder alle alten Daten mitschleppen, oder – wenn man sein Blog entschlacken möchte – die Software auch komplett neu installieren. Durch alte ungenutzte Plugins und Updates sammelt sich Datenmüll an, den man vielleicht loswerden möchte.

Uploaden muss man dann nur personalisierte Dateien und Ordner, wie z.B. das benutzte Theme, Plugins und eventuelle Upload Ordner (Bei WordPress ist das wp-content/uploads)

Hochladen der Daten

Siehe oben.

Wenn man alle Daten übernehmen möchte und die Software nicht neu installiert, lädt man einfach alle gesicherten Daten per FTP auf den neuen Server.

Darauf achten, dass die Rechte auf die Ordner wieder entsprechend gesetzt werden (Keine Angst, man bekommt meist einen Hinweis, wenn es nicht so ist. Sollte der Dateiupload oder so nicht funktionieren, liegt es wahrscheinlich daran).

Importieren der Daten in die Datenbank

Den vorher angefertigten SQL-Dump in die neue Datenbank importieren.

Da wird es möglicherweise viele Fehler geben, selbst, wenn man Export/Import zwischen zwei identischen phpMyAdmin Versionen macht. Das klappt leider fast nie reibungslos.

Wurde die alte Datenbank von einer WordPress-Version vor 2.3 erstellt, wäre es jetzt Zeit, endlich mal die DB von latin_swedish auf UTF8 umzustellen. WordPress nutzt nur noch UTF-8, hat aber bei dem Versionssprung keine Aktualisierung der DB vorgesehen, das muss man selbst machen.

(Man konnte die entsprechende Zeile aus der wp-config auskommentieren, um Fehler zu verhindern)

Das Plugin UTF Database Converter trimmt die DB auf UTF und korrigiert alle Sonderzeichen, so dass sie korrekt dargestellt werden.

Einloggen/Testen

Idealerweise hat man jetzt zwei parallele Installationen seines Blogs, man kann also in Ruhe testen.

Gehen die Permalinkstrukturen? Hat man die .htaccess erstellt?

Problem: Lädt man Bilder mit dem Bilderupload von WordPress hoch und packt die in den Artikel, gibt WP automatisch den vollen (absoluten) Link zum Bild ein. Ziemlich blöd von den Entwicklern gelöst.

Ich weiß nicht genau, ob das schon immer war oder erst seit einer neuen Version, auf jeden Fall sollte man das ändern, wenn man nicht den alten Server weiterhin benutzen möchte. Am Einfachsten geht das, indem man den SQLDump mit einem Texteditor öffnet (Notepad) und per Suchen/Ersetzen die Zeichenketten ändert.

(Zum Beispiel:

src=”http://alte-domain.net/blog/wp-content/uploads/

–> src=”http://neue-domain.de/wp-content/uploads/ )

Weiterleitung einrichten

Klappt alles? Dann kann der neue Server in Betrieb genommen werden und der alte hat ausgedient.
Behält man seine Domain, muss man einen KK-Antrag stellen und innerhalb von ca. 48 Stunden verweist die URL auf den neuen Server. Mit ein paar Stunden Ausfall darf man da rechnen.

Ist man mit seinem Blog auf eine neue Domain umgezogen, möchte man natürlich auch gefunden werden.

Dazu gibt es Weiterleitungen. Die gibt es in zahlreichen Ausführungen, per .htaccess, PHP usw.

Die sinnvollste Weiterleitung ist die, die nicht einfach alle Besucher irgendeiner Seite der alten Domain auf http://neue-domain.de weiterleitet, sondern von http://alte-domain.de/artikelxyz auf http://neue-domain.de/artikelxyz

So geht überhaupt nichts verloren und alle Links führen noch immer zum korrekten Zielartikel oder der korrekten Seite der neuen Domain.

Dazu schreibt man in seine .htaccess-Datei in seinem Blogverzeichnis (auf dem alten Server, bzw. da, wo die alte Domain ist)

RewriteEngine on
RewriteRule (.*) http://neue-domain.de/$1 [R=301,L]

Gebt z.B. http://alte-domain.net/blog/mein-artikel-001/ in euren Browser ein und ihr landet auf http://neue-domain.de/mein-artikel-001/. Ist doch toll, oder?

Übrigens hat der Umzug bei mir praktisch keine Auswirkungen auf die Besucherzahlen gehabt, lediglich der Pagerank ist weg, aber das war mir ja schon vorher klar.

Domain bekannt machen

So, jetzt am besten einen Artikel im Blog schreiben, und auf die neue Domain hinweisen.
Und versuchen, die Domain überall zu ändern, wo man sie eingetragen hat, also in Profilen auf Social Networks, in Foren-Signaturen, usw.

Bei technorati kann man die URL seines Blogs nicht ändern, man muss sein Blog also neu anmelden.

In diversen Blogverzeichnissen wird das wohl auch kaum möglich sein, ich habe es nur bei Bloggeramt versucht und dort wurde mir sofort nett geholfen, selbst die URL ändern geht meistens nicht.

Kleinigkeiten

Zu guter Letzt habe ich meine Daten in den Google Webmastertools aktualisiert, also die Seite angelegt, eine Sitemap angelegt (Plugin) und Google den Pfad genannt und natürlich meine robots.txt auf die neue URL angepasst.

Das war es auch schon!

Ich hoffe, ich habe nichts vergessen und das nützt irgendwem.

Über Kommentare freue ich mich wie immer, also schreibt, ob Euch der Beitrag gefallen hat.

Jürgen Schnick

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admin

Danke für den ergänzenden Hinweis

Markus

Sehr schöne Anleitung. Wegen der Fehler beim Datenbankimport empfehele ich immer mysqldumper.de damit hat man eigentlich keinerlei Probleme. Zu empfehlen ist auch inzwischen besser nach php 5 zu fragen.

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