Die Angst sich zu verkaufen und die Monetarisierung des Blogs
Fürchten Sie sich davor, mit Ihrem Blog Geld zu verdienen?
Das hört sich jetzt für Sie vielleicht etwas verrückt an – die Antwort auf diese Frage scheint Ihnen auf der Hand zu liegen. Sie denken: „Nein“, oder?
© kentoh - Fotolia.com
Dann lassen Sie mich die Frage anders stellen – haben Sie Angst davor, Dinge über Ihren Blog zu verkaufen, weil Sie sich davor fürchten, sich zu verkaufen, von Ihrem Publikum dafür verachtet zu werden, oder dadurch irgendwie Ihre Integrität zu verlieren?
Wenn Sie das mit „Ja“ oder „mag sein“ beantworten, dann müssen wir darüber reden. Denn diese selbst aufgebaute Barriere hält Sie davon ab, erfolgreich zu sein und sie muss daher überwunden werden.
Das ist eine tief sitzende Furcht, aber warum?
Mir ist diese Furcht bei Bloggern immer und immer wieder begegnet. Sie fürchten sich davor, sich selber zu verkaufen, wenn sie versuchen würden, Geld mit ihrem Blog zu verdienen. Sie fürchten sich davor, dass ihr Publikum dann auf die Barrikaden geht.
Ein Grundproblem besteht darin, dass viele Blogger der Meinung sind, dass Geld verdienen immer mit „sich selber verkaufen“ verbunden wird – und das ist falsch.
Nun ist es natürlich leicht für jemanden wie mich, sich über diese Furcht abfällig zu äußern. Ich bin jemand, der noch nie ein Problem damit hatte, seine Leser zu fragen, ob sie mir ihr Geld für etwas wertvolles geben möchten. Für mich ist das mein Business. Ich bekomme eine ganze Menge Geld dafür, was ich dem Internet gebe, aber ich gebe auch eine ganze Menge Geld aus. Ich bezahle Leute dafür, sich um mein Grafikdesign zu kümmern, ich zahle an Webhoster und Autoresponder-Anbieter, an PayPal und an e-junkie. Ich muss meine Familie ernähren und mein Haus abbezahlen. Und noch viele andere Dinge. Also mal ganz ehrlich, wenn sich jemand darüber beklagt, dass ich Geld für meine Produkte nehme, dann ist mir das ziemlich egal, ich werde mich nicht dafür entschuldigen.
Aber da ist noch etwas …
Das Zeug, das ich verkaufe ist etwas wert.
Ich bin überzeugt davon, dass es wertvoll ist.
Das kostenlose Zeug, das ich herstelle ist ebenfalls wertvoll.
Ich bewerbe andere Produkte nur dann, wenn ich sie selber benutze oder sie mir ganz genau angesehen habe oder wenn ich persönlich davon überzeugt bin, dass man sie wirklich kaufen kann.
Ich helfe Leuten, und mein Zeug hilft den Leuten.
Aus diesen Gründen und der Tatsache, dass wir hier über „Geschäft“ reden, habe ich kein Problem mit der Monetarisierung meines Blogs.
Wenn wir das aber mal von der anderen Seite betrachten und uns jemanden vorstellen, der ein Problem mit der Angst „sich zu verkaufen“ HAT, dann denke ich, dass der wahre Grund wesentlich tiefer liegt. Vielleicht …
Zu wenig Vertrauen, dass das, was Sie zur Verfügung stellen, einen wirklichen Mehrwert für die Leute darstellt.
Zu wenig Vertrauen in Ihren eigenen persönlichen Wert.
Die Angst, etwas „falsch“ zu machen.
Die Befürchtung, dass den anderen Menschen Gedanken durch den Kopf gehen, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sind.
Ich habe festgestellt, dass Menschen sich sehr häufig Probleme vorstellen, die in Wirklichkeit gar nicht existieren. Als Ergebnis verharren sie dann völlig tatenlos. Sie realisieren nicht, dass das, was sie geschaffen haben, eigentlich ein großes Wunder ist.
Der Begriff „sich verkaufen“ bedeutet, dass man seine eigenen Prinzipien und seine eigene Integrität für Geld oder persönlichen Erfolg aufgibt. Aber wo steht geschrieben, dass man sich nicht selber treu bleiben kann und gleichzeitig Geld verdienen? Sind Sie davon überzeugt, dass Sie für Ihre Arbeit bezahlt werden? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass das so ist. Wo ist dann das „sich verkaufen“, wenn Sie für die ganze harte Arbeit, die Sie in Ihr Blogging gesteckt haben bezahlt werden, solange Sie wertvolle, hilfreiche Informationen anbieten und Ihre Integrität dabei wahren?
Die Leute reagieren nur böse, wenn ihr Verständnis des Preis-Leistungs-Verhältnisses missachtet wird.
Sehen Sie, die Leute wollen einfach einen fairen Handel für Ihre Aufmerksamkeit und ihr sauer verdientes Geld. Oder noch mehr: sie wollen mehr Wert, als sie bezahlt haben. Solange Sie dafür sorgen, dass diese Balance im Gefühl der Leute gewahrt bleibt, werden Sie auch keine negative Reaktion bekommen, wenn Sie Ihren Blog monetarisieren. Das muss aber unbedingt durch Ihr persönliches Vertrauen in den Mehrwert Ihres Angebotes unterstützt werden. Wenn Sie Ihr eigenes Angebot für wertlos halten, werden Ihre Leser dieses Gefühl spüren und es ebenso für wertlos halten.
Schließlich dürfen Sie sich nicht kleiner machen, als Sie sind.
Marketer wissen, dass es wichtig ist, „einen Grund warum etwas so ist, wie es ist“ anzugeben. Aber es gibt einen wichtigen Zusammenhang zwischen dem „Grund warum etwas so ist, wie es ist“ und einer Rechtfertigung. Sie müssen den Preis Ihrer Produkte gegenüber Ihren Kunden nicht rechtfertigen. Sie bestimmen die Regeln und Ihre Kunden haben die Freiheit, woanders hin zu gehen. Stellen Sie sich selber die Frage: „Wem gehört mein Blog?“ Das meine ich ganz ernst. Sie bezahlen das Hosting. Sie machen die ganze Arbeit. Sie verbringen Stunden damit, etwas zu schreiben und Ihrem Publikum großartige Informationen zur Verfügung zu stellen. Dann verhalten Sie sich auch so und rechtfertigen Sie Ihre Existenz als Unternehmer, der Geld verdienen will.
Monetarisierung für Blogger
Ich habe da heute wohl ein Thema erwischt, das es in sich hat und dessen komplette Lösung wohl kaum in einem Blog-Post möglich sein wird. Offen gesagt, wird für Einige dieses Thema sehr tief in das Thema „persönliches Selbstwertgefühl“ hineingehen und ich bin wirklich nicht der Typ, der die Leute auf seine Beratungs-Couch einlädt.
Vor dem Hintergrund werde ich Ihnen hier eine einfache Leitlinie an die Hand geben. Ich bin mir sicher, dass Sie, wenn Sie dieser Leitlinie folgen, vollkommene Klarheit haben werden, wenn es um das Thema „Geld verdienen“ geht. Zusätzlich sehen Sie noch die Dinge aus dem richtigen Betrachtungswinkel.
Sie haben das Recht, mit Ihrem eigenen Blog das tun, was Sie wollen und Sie müssen das vor niemandem rechtfertigen. Er gehört Ihnen!
Streben Sie immer danach, mehr Wert in das Leben Ihrer Leser zu bringen, als Sie dort herausholen wollen. Helfen Sie in Ihrer Nische bei Problemen oder Zielen aus dem wirklichen Leben.
Wenn Sie sehr hart daran arbeiten, eine Menge Mehrwert zur Verfügung zu stellen, dann sollten Sie dafür auch belohnt werden. Die ganze Welt basiert auf dem Prinzip der Marktwirtschaft und wenn das missachtet wird, sind Negativierungen und Klagen die Folge. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, tun Sie normalerweise sich selber und DENEN einen Gefallen, indem Sie einen angemessenen Preis für etwas mit wirklichem Wert verlangen.
Bewerben Sie niemals ein Produkt als Affiliate, hinter dem Sie nicht stehen, an das Sie nicht wirklich glauben. Bewerben Sie nichts nur wegen des Geldes.
Wenn Sie den Wert von etwas in Frage stellen, oder wenn etwas Ihnen ein schlechtes Gefühl gibt, dann bewerben Sie es nicht.
Setzen Sie niemals sich selber oder Ihren Wert herab. NIEMALS.
Erwarten Sie nicht, dass Sie jeder mag. Machen Sie sich klar, dass ein kleiner, aber spürbarer Prozentsatz der Menschen grundsätzlich negativ eingestellt ist und sich beschweren, ganz egal, was Sie tun. Sie sind besser beraten, diese Typen aus Ihrem Umfeld zu entfernen, als auf deren Beschwerden und Klagen einzugehen. Gehen Sie aber auch nicht zu leichtfertig mit allen Beschwerden um. Manche sind berechtigt und Sie müssen daher lernen zu unterscheiden, ob jemand bei Ihnen seine Frustration loswerden will oder ob es sich um eine berechtigte Beschwerde handelt.
Wenn Sie sich selber von der Anzahl der Werbeanzeigen in Ihrem Blog genervt wären, dann reduzieren Sie die zahl der Anzeigen. Denken Sie daran, dass es bei Ihrem Blog um Wert für den Leser geht und nicht um Geld für Sie.
Respektieren Sie die Aufmerksamkeit, die Ihre Leser Ihnen schenken und deren zeit, die sie dafür opfern.
Seien Sie immer hilfsbereit.
Und das war es auch schon. Wenn Sie sich an diese wenigen Grundregeln halten wollen, dann schreiben Sie hier einen Kommentar und lassen Sie mich das wissen. Auch wenn Sie meinen, da fehlt noch etwas, dann lassen Sie mich das auch wissen.
So und jetzt legen Sie los und verdienen Sie Geld.
Jürgen Schnick
|














{ 5 comments… read them below or add one }
Hallo Jürgen,
Adsense für einen Blog? Mal davon abgesehen, dass ich auch der Meinung bin, man solle den Blog lesen und nicht auf Werbung achten, wäre es doch mal ein Test, für Adsense, in wieweit Adsense Dein Thema versteht und entsprechende passende Werbung dafür schaltet.
Man könnte das ja “dunkel” darstellen, in weiß auf weiß, nur sichtbar im Quellcode. (Mittels CSS geschaltet, damit es google nicht merkt, versteht sich)
Würde mich bei Deinem Thema doch wirklich mal interessieren
Ich habe Adsense schon mehrmals ausprobiert, doch weder viele Klicks noch richtig passende Werbung geschaltet bekommen. Außerdem erhebt sich die Frage, wer noch auf Adsense-Werbung klickt! Ich glaube das ist vorbei!
Gruß
Bernd
Hallo Max, Danke für deine Frage. Meiner Meinung nach macht Adsense in einem Blog erst dann Sinn, wenn man wirklich viel Traffic hat (ich würde sagen so ab 2.000 Besucher pro Tag). Sonst macht das mehr Arbeit, als es einbringt. Und mir geht es darum, dass meine Besucher meinen Content lesen und nicht auf Anzeigen klicken, deswegen mache ich so gut wie keine Werbung in meinem Blog.
Herzliche Grüße Jürgen Schnick
Interessanter Beitrag. Blogmonetarisierung ist auf jeden Fall ein wichiges Thema. Wie findest du Adsense für Blogs und/oder Feeds?
Hallo Daniel, das ist sehr nett vor dir! Denn genau das ist ja mein Ziel: das schreiben, was die Leute lesen wollen und vielleicht noch die eine oder andere neue Idee vermitteln.
Herzliche Grüße Jürgen Schnick
Ein wirklich sehr sehr toller Beitrag und gefällt mir echt gut. Gerade ich als junger Blogger stelle mir häufig Fragen und hinterfrage mein ganzes Projekt. Trotzdem merke ich, dass es sich lohnt zu bloggen und du schreibst in deinem Beitrag genau das wieder, was mir hin und wieder durch den Kopf geht. Danke dafür!
{ 1 trackback }