Warum kein Mensch auf Deine besten Posts verlinkt

Post image for Warum kein Mensch auf Deine besten Posts verlinkt

Kommt Ihnen das bekannt vor?

Da haben Sie ein Thema herausgepickt, für das Ihre idealen Blog Leser sterben würden, um mehr darüber zu erfahren. Sie haben mit wirklichem Fachverstand über das Thema geschrieben. Sie haben auch noch einen sehr interessanten Betrachtungswinkel für das Thema gewählt. Kurz gesagt, Sie haben einen absoluten Killer Post geschaffen, der Ihrem Blog Tausende neuer Leser bringen sollte.

Sie sind natürlich pfiffig genug, zu wissen, dass Sie anderen davon erzählen müssen. Also schicken Sie Emails an all die Top Blogger in Ihrer Nische und weisen sie auf diesen Post hin. Dann lehnen Sie sich entspannt zurück und warten auf die hereinkommenden Links.

Aber nichts geschieht.

Sie bekommen keinen einzigen Link. Sie bekommen noch nicht einmal eine einzige Antwort von einem der Blogger, denen Sie Emails geschickt haben. Sie überprüfen Ihre Statistiken und keiner von denen hat wenigstens einmal den Link angeklickt, den Sie ihm geschickt haben.

Nun, Sie sind einfach ignoriert worden. Noch viel schlimmer, jetzt wird Ihnen klar, dass Sie niemand beachtet. Sie fragen sich, ob Sie wirklich so ein absoluter Nobody sind, dass noch nicht einmal jemand Ihre Emails liest.

Nun, es sieht so aus.

Der älteste Blogging Mythos

„Content is King“

Das hört sich im Prinzip gut an. Schreibe ein Stück wirklich richtig guten Content und Du bekommst all die Links, von denen Du immer geträumt hast.

Das hat vielleicht sogar funktioniert, vor einigen Jahren. Damals war das Web im Vergleich zu heute ein relativ ruhiger Ort und es war für die Leute viel einfacher, hervorragende Blog Posts wahr zu nehmen.

Das hat sich geändert.

Heute ist großartig nicht mehr gut genug. Das Web ist so voll mit wirklich bemerkenswertem Content, dass Blogger nicht mehr genügend Zeit haben, das alles zu lesen, geschweige denn darauf zu verlinken.

Wenn Sie heute noch Links bekommen wollen, dann müssen Sie mehr sein als großartig. Sie müssen vernetzt sein.

Das Geheimnis wie man einen populären Blog baut

Kennen Sie den Spruch „Es kommt nicht darauf an, was Du kannst, sonder darauf, wen Du kennst“?

Nun, da ist was dran. Ein durchschnittlicher Schreiber, dessen Freunde alle in den Top 100 bei Mr. Wong stehen, wird bestimmt schneller ein bekannter Blogger als ein brillianter Schreiber ohne Freunde.

Warum? Weil Blogger viel öfter auf Posts ihrer Freunde verlinken als irgendjemand anderes. Wenn Sie ein passables Stück Content erstellen, das die Leserschaft der Blogger interessiert, dann verlinken Sie darauf, vor allem aber weil sie Sie persönlich mögen.

Das Geheimnis, wie man einen populären Blog aufbaut besteht also nicht nur darin, sehr viel brillianten Content zu haben. Es besteht auch darin, sehr viele gut vernetzte Freunde zu haben.

Wie man sich mit bekannten Bloggern anfreundet

Wie sollen Sie denn nun vorgehen, um Freundschaft mit all diesen bekannten Bloggern zu schließen, damit die dann auf Ihre besten Posts verlinken?

Die normale Vorgehensweise dafür ist die, deren Posts zu verlinken und zu hoffen, dass sie es bemerken und anfangen Ihren Blog zu lesen. Manchmal funktioniert das auch, aber nach meiner Erfahrung müssen Sie etwas kreativer sein. Hier ein paar Idee, womit Sie anfangen können:

Schreiben Sie einen Gastbeitrag, der viel Traffic bekommt und viele bewundernde Kommentare.

Veranstalten Sie eine Konferenz, zu der alle Großen in Ihrer Nische kommen und netzwerken Sie sich dort den Hintern wund.

Fangen Sie an, jeden Post von denen auf Social Media Sites zu bewerten.

Schicken Sie ihnen eine unwiderstehliche Frage per Email in der Hoffnung, damit eine Diskussion auszulösen.

Hinterlassen Sie sehr viele wirklich unvergessliche Kommentare in deren Blogs.

Interviewen Sie sie entweder in Posts oder in einem Podcast und stellen Sie dabei viele intelligente Fragen.

Nehmen Sie an deren Mitgliedsprogrammen teil und posten eine Menge pfiffige Beiträge in deren Foren.

Gib und Dir wird gegeben

Wir reden hier über nichts wirklich Neues. In Wirklichkeit geht es hier um eines der ältesten Prinzipien der Überzeugung: den Grundsatz der Gegenseitigkeit.

Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Meinung sind Top Blogger keine Inseln, sie kapseln sich nicht ab und sie wollen nicht auf sich allein gestellt sein.

Auch sie haben mit Problemen und Ärgernissen zu tun, genau wie jeder andere. Wenn es Ihnen gelingt, diese etwas zu lindern, werden sie Ihnen dafür dankbar sein und sich an Sie erinnern.

Der Schlüssel liegt darin, herauszufinden, wie Sie ihnen wirklich nützlich sein können. Machen Sie sich selber zu jemandem, der sachdienlich unterstützt und nutzen Sie dann die Gelegenheit, eine Beziehung aufzubauen.

Übereilen Sie nichts, lassen Sie dem Beziehungsaufbau ein paar Monate Zeit und beginnen Sie erst dann damit kleine Hinweise auf Ihren eigenen relevanten und wirklich guten Content zu geben. Möglicherweise linken sie dann jedes Mal auf Sie, wenn Sie etwas Interessantes tun. Und das kann Ihnen eine Menge Leser einbringen, eine große Menge. Sie machen Sie vielleicht auch mit anderen großen Bloggern bekannt, geben Ihnen damit die Chance, noch mehr Gutes zu tun und Ihr Netzwerk auszubauen.

Das ist harte Arbeit, aber es lohnt sich. Wenn Sie sich genauso viel Mühe geben, Beziehungen aufzubauen, wie Sie sich Mühe geben, guten Content zu schreiben, dann werden Sie ziemlich schnell einen angesehenen und bekannten Blog haben.

Und was noch besser ist, Sie werden mit einigen der interessantesten Menschen im Web befreundet sein.

Viel Erfolg!

Jürgen Schnick

Teilen Sie diesen Beitrag mit Ihren Freunden:
  • Facebook
  • LinkArena
  • LinkedIn
  • MisterWong.DE
  • StumbleUpon
  • Technorati
  • Wikio
  • Yigg

 

Emailadresse

{ 10 Kommentare… lese sie unten oder schreibe selbst einen }

Juergen

Hallo Max (?), da bin ich aber ganz anderer Meinung. Populistisch zu sein ist einfach und bringt bestimmt auch Traffic, aber will ich solchen Traffic? NEIN, will ich nicht. Weil solche Leute tragen sich nicht in meine Liste ein und verkaufen tue ich über die Liste, nicht über den Blog. Der Blog ist dazu da, Leute “anzulocken”, die sich für meine Themen interessieren und sich dann irgendwann in meine Liste eintragen. Da bekommen sie noch mehr guten Content.

Für mich geht das nur, indem ich zuerst sehr viel kostenlos gebe: Beratung, hilfreiche Tipps, gute Inhalte – kurz gesagt Content. Und das mache ich nicht, weil ich irgendwann von den Leute etwas dafür zurück haben will, sondern weil mir das Freude macht. Wenn ich jemandem damit helfe und der sich dann aus Freude über diese Hilfe und die guten Tipps, die er von mir bekommen hat in meine Liste einträgt, dann ist das für beide OK, also eine WIN-WIN-Situation. Ich liebe WIN-WIN-Situationen!

Und deswegen ist für mich Content = King. Allerdings nicht irgendein Content, sondern der richtige!

Jürgen Schnick

Juergen

Danke Peter, genau so ist es!

Jürgen Schnick

Dr. HJ Karg

Hallo zusammen,

wenn ich überlege, wieviele ( sorry: dumme) Kommentare wir auf unserer Seite bekommen, die wir wegen Spam oder noch mehr: absoluter Dümmlichkeit löschen müssen, dann kann ich nur Jürgen Gräbel beipflichten, wenn er schreibt: … es braucht viel Zeit und noch mehr Ausdauer… Recht hat er …

Grüsse DR. HJK

peter

Hallo zusammen,

Auf die Frage: warum gibt es keine backlinks… das ist recht einfach zu erklären… es nutzt wirklich nichts: “Einige Sites (Themenrelevante)und Presseportale hab ich schon 2 – 3 Monate verlinkt und stehe auch bei denen drin aber kein Backlink?” sorry, schön, aber da muss “man” halt auch sehen, wo und was man postet, und nur die Qualität machts…

meine Empfehlung: Poste gute Kommentare, und Du erhälst backlinks…

Grüsse Peter

max

Ich muss hier in erster Linie Nico beipflichten. Traffic ist der absolut ausschlaggebende Faktor. Dabei spielt es erst einmal nur eine untergeordnete Rolle, ob der blog inhaltlich viel hergibt. Hauptsache ist, er ist populistisch aufgebaut. Dann schauen auch einige user mehr in diesen Blog und es spricht sich leiter rum. Weiterhin muss man auch genau wissen welche Zielgruppe man ansprechen möchte. Alter, Geschlecht, Bildung etc. sind hier ausschlaggebend. Also dass “Content der King” ist kann ich nicht gerade nachvollziehen. Aber vielleicht kann Jürgen uns ja aufklären. Das wäre schon ganz interessant. An Nico-> wie du sagst machst du einen eigenen blog auf. Wo ist der zu finden??

Steffen Beyer

Hallo Juergen,
zum Thema Traffic hab ich mal ne Frage an Dich, die vielleicht andere auch interessiert. Da denkt man, wenn man sich um Backlinks bemüht und Artikel schreibt, sich in Webkatalogen einträgt und auch Partnerschaften mit anderen Websites eingeht (Link bei mir und mein Link bei Ihm) das man dann Backlinks bekommt die auch bei Google mit erscheinen. Aber Pustekuchen, da passiert gar nix.
Einige Sites (Themenrelevante)und Presseportale hab ich schon 2 – 3 Monate verlinkt und stehe auch bei denen drin aber kein Backlink? mhh…
An was könnte das Liegen? Weisst Du da etwas?
Ich muß die doch nicht etwa alle (zusätzlich) noch betteln, das wäre mir dann doch zu dumm. Da nehm ich die dann lieber wieder raus und tschüss.
Ist aber eigentlich nicht der Weg den ich mir vorstelle. Natürlich hab ich (auch einfach so) Sites verlinkt, ohne überhaupt nach Backlinks zu fragen, einfach weil ich Sie gut find und so soll es ja auch sein.
Es geht mir darum, wenn beide ja sagen und den Link setzen, (also richtig abgesprochen, wie Du schreibst “Cross Joint Venture”) und trotzdem kommt bei Google kein Backlink, dann muß ja was anderes faul sein.
Upps, jetzt wird’s bald zu lang,
würde mich über eine Antwort freuen
Gruss
Steffen

Niko

Es ist mehr als nur ein Mythos, dass Content King ist.

Es bringen einem die besten Artikel nichts, wenn niemand da ist um diese zu lesen und eventuell zu teilen/verbreiten.

Die Realität sagt nämlich “Traffic ist King”.

Warum?
Ganz einfach, wenn man genug Traffic und damit Besucher auf seine Seite zieht, heißt das automatisch im Umkehrschluss, dass die Wahrscheinlichkeit für die Verbreitung des Inhalts steigt.
Gibt es nun genug Leute, die einen Inhalt für “gut” befunden haben und diesen geteilt haben, so steigt wiederum der Traffic.
Da Traffic in der heutigen Zeit ein Gütesiegel für Qualität geworden ist, wird dann auch der Inhalt dieser Seite, auch wenn er vielleicht garnicht “gut” ist, “mitgehypt” und als qualitativ hochwertig angesehen.

Deswegen kann ich jedem Blogger nur raten, sich mit Social Bookmarking und dem Social Web zu befassen, es lohnt sich alle male, gerade dann, wenn einen noch niemand kennt und die Kontakte fehlen.

Mehr zu dem Thema gibt es auch bald auf meinem Blog.

Gruß Niko

PS: Danke für den Kommentar auf meinem Blog.

Juergen

Hallo Mia, ja die guten alten Printmedien sind noch lange nicht tot, auch wenn die Web 2.0 Gurus das immer wieder behaupten. Allerdings braucht man auch eine wirklich gut zu merkende Internetadresse, damit das funktioniert. Heute haben leider viele Leute Domainnamen, die aus 3 – 5 Wörtern und Bindestrichen bestehen. So etwas passt in keine Printanzeige und so etwas kann sich vor allem niemand merken. Ein guter Test ist immer, jemandem, der die Internetseite nicht kennt, den Domainnamen zu sagen und ihn zu bitten, diesen auf einen Zettel zu schreiben. Wenn das nicht gelingt, ist der Name eigentlich ungeeignet. Gruß Jürgen

MiaPublic

Sehr interessanter Beitrag, Herr Schnick! Ich konnte die Erfahrung machen, dass die guten alten Print-Medien auch ihre Wirkung zeigen und Klickraten erhöhen. Man muss es nur schaffen, seine Internetadresse in einen redaktionellen Beitrag zu platzieren.
Vielen Dank für Ihre Tipps
Mia

Jürgen Gräbel

Hallo Jürgen Schnick,
genau so ist es. Man braucht sehr viel Zeit und noch mehr Ausdauer, bis ein Blog so richtig “läuft”. Das erlebe ich auch jeden Tag.
Viele Leser haben auch Angst, Spuren hinter gut geschriebenen Beiträgen zu hinterlassen. Da ist die Hemmschwelle bei Twitter oder Facebook sehr viel niedriger. Aber mit der Zeit wächst das Vertrauen und es kommen die Kommentare in den Blog.

Schreibe einen Kommentar

{ 1 Trackback }

Previous post:

Next post: